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Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung wichtiger Bestandteil der Berliner Stadtplanung

Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung wichtiger Bestandteil der Berliner Stadtplanung
Bildquelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
13.04.2017 − 

Die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Konzeptentwicklung der „Neuen Stadtquartiere“ in Berlin. Bei allen Projekten werden bereits in einem frühen Planungsstand die örtlichen Gegebenheiten geprüft und darauf aufbauend zielgerichtet mögliche Maßnahmen dezentraler Regenwasserbewirtschaftung abgeleitet, die im weiteren Planungsverlauf konkretisiert werden, heißt es in der der Antwort der Berliner Umwelt-Senatsverwaltung auf eine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus. Dabei arbeiteten die zuständigen Senatsverwaltungen den Angaben zufolge eng mit den Berliner Wasserbetrieben (BWB) zusammen.

Ansatz des Konzepts der vorgesehenen neuen Stadtquartiere ist es, dass vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums in Berlin sehr schnell bezahlbarer Wohnraum und eine leistungsfähige soziale wie technische Infrastruktur zu schaffen, wie aus Angaben der Senatsverwaltung für  Stadtentwicklung und Wohnen hervorgeht.

Die Belange des Naturschutzes würden im Rahmen der wasserrechtlichen Zulassungsverfahren für die Regenwasserbewirtschaftung im Einzelfall geprüft, heißt es in der Antwort der Umwelt-Senatsverwaltung weiter. Soweit erforderlich, würden Zulassungen mit entsprechenden Auflagen versehen. Die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung könne aber einen Beitrag zur Verbesserung der biologischen Vielfalt leisten; einerseits durch die Schaffung von naturnäheren Abflussverhältnissen in den Fließgewässern, und andererseits durch die Schaffung von Lebensräumen vor Ort. Jede Maßnahme bedürfe einer Detailplanung, in der die hydrologische Situation, der aktuelle Zustand des Gewässers im Hinblick auf Altlasten, Schlämme, und Eutrophierung, Anforderungen vorkommender Arten und das Entwicklungspotential geprüft und bewertet werden.

Wasserhaushalt stark
anthropogen verändert

So würde nach Einschätzung der Senatsverwaltung beispielsweise die Wuhle, ein Fließgewässer 2. Ordnung, das im Oberlauf während langer Trockenperioden aus trocknet, von einer Verstärkung der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung profitieren. Grundsätzlich ist der Wasserhaushalt in Berlin den Angaben zufolge stark anthropogen verändert. Insbesondere durch die hohe Versiegelung und die Ableitung des Regenwassers über die Kanalisation sei der Anteil des Oberflächenabflusses deutlich erhöht, während die Verdunstung, die Grundwasserneubildung und der Zwischenabfluss deutlich geringer seien. Durch dezentrales Regenwassermanagement würden die Grundwasserneubildung und der Zwischenabfluss gestärkt, wovon die aufnehmenden Gewässer profitierten.

Eine weitere Möglichkeit, die der Senatsverwaltung zufolge derzeit im Rahmen der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption geprüft werde, ist die Stützung des Wasserhaushalts von Kleingewässern und Feuchtgebieten durch gezielte Zuführung von Regenwasser als semizentrale Regenwasserbewirtschaftung. Diese Möglichkeit sei aber durch die topografischen Verhältnisse stark eingeschränkt und in jedem Einzelfall konkret zu prüfen, wobei die unteren Naturschutzbehörden der Bezirksämter und der Wasserwirtschaft zu beteiligen seien. Zudem sei zu berücksichtigen, dass das Regenwasser bei einer Ableitung in ein Kleingewässer nicht bzw. nur eingeschränkt zur Verbesserung des Kleinklimas zur Verfügung stehe. Jede Maßnahme bedürfe einer Detailplanung, in der die hydro-logische Situation, der aktuelle Zustand des Gewässers, die Anforderungen der vorkommenden Arten und das Entwicklungspotential geprüft und bewertet werden müssten. Dazu seien derzeit konkrete Aussagen noch nicht möglich, da die Untersuchungen laut Senatsverwaltung nicht abgeschlossen sind.  Auch über die Kosten für die Maßnahmen könnten derzeit noch keine Aussage gemacht werden.

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