|  

VSR-Gewässerschutz: Nitratbelastung der Lahn ist immer noch wesentlich zu hoch

VSR-Gewässerschutz: Nitratbelastung der Lahn ist immer noch wesentlich zu hoch
Bildquelle: Marcel André Briefs
13.03.2017 − 

Die Nitratbelastung in der Lahn ist immer noch wesentlich zu hoch. Dieses Fazit zieht der Verein VSR-Gewässerschutz nach einer Messfahrt im Dezember 2016 vom Oberlauf bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein. Es sei zu bemängeln, dass sich der Gewässerschutz zu lange auf Maßnahmen in der Abwassertechnik fokussiert habe und dadurch der von der Wasserrahmenrichtlinie geforderte gute Zustand mit maximal 11 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat bisher nicht erreicht werden konnte, teilte der VSR-Gewässerschutz in Geldern mit. Besonders die Belastungssituation in Hessen sei besorgniserregend.

„Wegen der Vielzahl an Nitrateinträgen wäre es wichtig, dass die Lahn im gesamten Lauf einen wesentlich besseren Nitratabbau aufweist“, betont der Verein. Dies finde in frei fließenden Flüssen mit intakten Auen am besten statt. Allerdings sei in der Lahn durch die 24 Stauhaltungen unterhalb Marburgs die Fließtiefe und -geschwindigkeit des Flusses extrem verändert. So fehlten weitgehend Flussauen mit Pflanzen, die einen tiefen Wurzelraum ausbilden und viele Nährstoffe aufnehmen können.

Der VSR-Gewässerschutz begrüßt die bereits durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen an verschiedenen Abschnitten an der Lahn. Allerdings bestehe das Problem, dass bei Stauhaltungen eine Renaturierung nicht den Erfolg wie bei frei fließenden Gewässern bringe, da ausreichende Wasserstandschwankungen fehlen, gibt der Verein zu bedenken. Diese seien aber wichtig, damit Flussauen durch Überschwemmungen mit Wasser versorgt und andererseits während niedriger Wasserstände auch wieder durchlüftet werden.

„Es ist dringend nötig, alle Faktoren, die an der Lahn zu einem stärkeren Nitrateintrag und einem geringerem Abbau beitragen, zu betrachten“, sagte Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die bisherige „verengte Betrachtungsweise“ auf Kläranlagen habe - wie die Messwerte belegten - noch zu keinem ausreichenden Erfolg im Gewässerschutz beigetragen, unterstrich sie.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in Ausgabe 11.2017 von EUWID Wasser und Abwasser, die am 14. März 2017 als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Bundesrat: Ausschuss verabschiedet Antrag zur Düngeverordnung

Bundestag verabschiedet Klärschlammverordnung  − vor