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BfG verzeichnet an Fischaufstiegsanlage Koblenz über 230.000 Fische im Jahr 2015

BfG verzeichnet an Fischaufstiegsanlage Koblenz über 230.000 Fische im Jahr 2015
Bildquelle: Michael Hils, BfG
18.04.2017 − 

Die im Jahr 2011 an der Moselstaustufe Koblenz errichtete Fischaufstiegsanlage (FAA) wird rege genutzt. Dies hat der von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) installierte automatische Fischzähler festgestellt. Durch eine verbesserte Erfassungstechnik kann die BfG nach eigenen Angaben erstmals detaillierte Zahlen zu allen Größenklassen der beobachteten Fische vorlegen. Demnach konnten im Jahr 2015 mittels einer neuen Bewegungserkennungssoftware, die auch kleinere Fische unter 15 cm registriert, über 230.000 aufsteigende Fische nachgewiesen werden.

Das gesamte Jahr 2015 über seien 28 Fischarten beobachtet worden, teilte die BfG mit. Meist handelte es sich um Jungfische, vornehmlich Rotaugen und Rapfen, aber auch Döbel, Hasel und Nasen, die im Spätsommer in großen gemischten Schwärmen die FAA zur Erschließung des Lebensraumes oberhalb der Staustufe Koblenz nutzten. Denkbar sei auch, dass junge Fische wieder in ihre ehemaligen Lebensräume zurückwandern, aus denen sie als kleine Fischlarven z. B. bei höheren Wasserständen stromab verdriftet werden. Die genauen Prozesse der Wanderung von Jungfischen, d. h. Motivation, Ziel und Umfang, seien noch nicht erforscht. Mit der neu entwickelten Methode sei es gelungen, erstmals für Deutschland systematisch quantitative Daten zur Jungfischwanderung zu erheben.

Um die Zahlen aus dem Jahr 2015 mit den Zahlen der Vorjahre vergleichbar zu machen, hat die BfG nach eigenen Angaben nur die Fischzahlen herangezogen, die mit der gleichen Technik wie in den Jahren zuvor erfasst wurden. Im Ergebnis sei ein leichter Rückgang der Gesamtzahlen zu verzeichnen, hieß es. Die genauen Ursachen seien noch zu prüfen, jedoch seien auch natürliche jährliche Schwankungen in den Populationen denkbar.

„Erfreulich sind im Jahr 2015 die erneuten Beobachtungen von Maifischen sowie der leichte Anstieg der Zahl aufgestiegener Lachse im Vergleich zu den Vorjahren“, teilte die BfG weiter mit. Diese Zahlen seien jedoch noch weit davon entfernt, eine erfolgreiche natürliche Erhaltung der Population zu gewährleisten. Beachtlich sei auch die Anzahl an Meerneunaugen. Diese sind seit Jahrzehnten in der Mosel fast ausgestorben. Mit der FAA sei der Zugang zu ehemaligen Lebensräumen wieder geöffnet worden, so dass sich eine neue Population dieser streng geschützten Art ansiedeln kann.

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