|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Nutzung von Heizenergie aus Gewässern unbedenklich

Nutzung von Heizenergie aus Gewässern unbedenklich
Bildquelle: Fotolia
27.03.2017 − 

Wissenschaftler der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) haben anhand von zahlreichen Studien die ökologischen Auswirkungen einer thermischen Nutzung von Oberflächengewässern abgeschätzt. Demnach beeinträchtigt im Allgemeinen eine geringe Abkühlung eines Gewässers durch einen Heizbetrieb im Winter die Ökosysteme nicht. Die Erwärmung infolge eines Kühlbetriebs im Sommer könne dagegen für temperatursensitive Arten wie die Forelle in einzelnen Gewässern problematisch sein, teilte die Eawag mit.

Generell enthalten die Schweizer Oberflächengewässer große Mengen an erneuerbarer Wärmeenergie, von der ein Teil zum Heizen und Kühlen nahe gelegener Infrastrukturen dienen und somit fossile Brennstoffe und Elektrizität ersetzen könnte, so das Forschungsinstitut. Sowohl in der Schweiz wie auch weltweit seien bereits zahlreiche Systeme in Betrieb oder in Planung. Dabei werde dem See-, Fluss- oder Grundwasser je nach Bedarf Wärme entzogen oder hinzugefügt. Besonders tiefe Seen und große Flüsse seien für diesen Zweck geeignet.

Das Hauptrisiko bei der thermischen Nutzung sei die Empfindlichkeit mehrerer wichtiger Arten gegenüber zu hohen Temperaturen, die typischerweise über 25 Grad Celsius liegen, führte die Eawag näher aus. So litten Arten wie die Forelle mancherorts bereits heute unter den Folgen des Klimawandels. Eine zusätzliche Erwärmung könnte daher ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber weniger empfindlichen Arten, wie z. B. Weißfischen, weiter vermindern. Außerdem könne eine Temperaturveränderung die Entwicklung, das Verhalten und die Fortpflanzung der Organismen stören, was sich auf die Artenzusammensetzung und das Funktionieren des Ökosystems auswirken könne. Berücksichtige man bei der Planung aber die ökologischen Vorgaben, so die Forscher, sei eine nachhaltige Wärmenutzung möglich und sinnvoll, erklärte die Eawag.

Den Artikel lesen Sie in Ausgabe 13.2017 von EUWID Wasser und Abwasser, die am 28. März 2017 als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Wilo steigert Umsatzerlöse im Jahr 2016 auf 1,33 Milliarden Euro

Mücken-Larven setzen Methan aus Seesedimenten frei  − vor