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Weniger Schadstoffe in der Atmosphäre sorgen für braunes Wasser in Talsperren

Weniger Schadstoffe in der Atmosphäre sorgen für braunes Wasser in Talsperren
Bildquelle: UFZ/André Künzelmann
22.11.2016 − 

Der Rückgang von industriellen Emissionen und die geringere Schadstoffbelastung der Atmosphäre haben negative Begleiterscheinungen für Talsperren. Wie Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung UFZ herausgefunden haben, führen sinkende Nitratwerte in den Auenböden rund um die Zuflüsse von Talsperren zu einer vermehrten Freisetzung von gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC) und Phosphat. Dadurch verschlechtere sich die Wasserqualität, was die Wasseraufbereitung erheblich erschwere, teilte das UFZ mit. Die Studie der UFZ-Forscher wurde im Fachmagazin „Global Change Biology“ veröffentlicht.

Während Stickstoffeinträge über den Boden - vor allem durch die Landwirtschaft verursacht - zum Beispiel die Nitratwerte im Grundwasser vieler Regionen weiter über den Grenzwert von 50 mg pro Liter steigen ließen, nehme in großen Teilen Europas und Nordamerikas die atmosphärische Belastung durch emissionsverringernde Maßnahmen ab, erklärte das Institut. Dadurch gelange über diesen Pfad weniger Stickstoff in Böden und Gewässer.

In diesen Regionen sei jedoch zunehmend eine Braunfärbung des Wassers in Talsperren zu beobachten. Sie hänge mit den sinkenden Nitratkonzentrationen in den Auenböden rund um die Zuflüsse der Talsperren zusammen. Denn die Präsenz von Nitrat in den Auen sorge dafür, dass Kohlenstoff, Phosphat und verschiedene Metalle an oxidiertes Eisen gebunden bleiben, führte das UFZ aus. Geringere Nitratgehalte ermöglichten die chemische Reduktion der Eisenverbindungen und damit die Mobilisierung bislang adsorbierter Stoffe. Somit lösen sich bislang stabile Bindungen an Bodenpartikel und gelangen mit dem Regenwasser in die Flüsse.

Laut UFZ wird derzeit diskutiert, wie die Ergebnisse dieser Meta-Analyse gemeinsam mit Behörden in praktische Maßnahmen umgesetzt werden können, die den DOC-Anstieg stoppen. „Die Studie hilft, zukünftige Forschung auf die relevanten Prozesse zu fokussieren und entsprechende Feldexperimente zu planen, die die Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf konkrete Maßnahmen weiter verbessern“, so UFZ-Hydrogeologe Andreas Musolff.

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