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Untersteller: Belastung der Gewässer mit Spurenstoffen ist ein zunehmendes Problem

Untersteller: Belastung der Gewässer mit Spurenstoffen ist ein zunehmendes Problem
Bildquelle: Umweltministerium BW
14.06.2016 − 

Die Belastung der Gewässer mit Spurenstoffen stellt ein zunehmendes Problem dar. Darauf hat Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hingewiesen. „Wir müssen Wege finden, den Eintrag dieser Stoffe in unsere Bäche, Flüsse und Seen zu reduzieren“, sagte er anlässlich des „2. Kongresses Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt“, den das Umweltministerium zusammen mit dem Landesverband Baden-Württemberg der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) derzeit in Ulm veranstaltet.

In fast allen Gewässern seien Arzneimittel, Röntgenkontrastmittel, Flammschutzmittel und andere Spurenstoffe in Konzentrationen nachweisbar, die für empfindliche Gewässerorganismen problematisch sein können, so der Minister. Wichtig sei es insbesondere, im Gesundheitswesen ein Bewusstsein für die Spurenstoffproblematik zu schaffen. „Nicht mehr benötigte Medikamentenreste gehören einzig und allein in die Restmülltonne“, betonte er. Das Umweltministerium habe einen Diskussionsprozess mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesärztekammer, der Apothekerschaft, von Patientenverbänden und Krankenkassen sowie des Landesnaturschutzverbandes und der chemischen und pharmazeutischen Industrie ins Leben gerufen.

Untersteller zeigte sich enttäuscht darüber, dass die EU-Kommission ihre für September 2015 angekündigte Strategie gegen die Belastung von Gewässern mit Arzneimitteln noch nicht vorgelegt habe. „In Baden-Württemberg befassen wir uns schon lange intensiv mit der Frage, wie wir die Belastung unserer Gewässer mit Spurenstoffen verringern können und warten nicht darauf, bis die EU-Kommission irgendwann eine mittel- bis langfristig wirkende europäische Strategie vorlegen wird“, sagte er.

Eine wichtige Rolle spiele hierbei auch der vom Land unterstützte Ausbau von kommunalen Kläranlagen mit der vierten Reinigungsstufe. „Zwar haben wir im Land bereits viele mit der Technik zur Spurenstoffelimination ausgebaute Kläranlagen in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten. Arzneimittelrückstände lassen sich allerdings nicht restlos aus dem Abwasser entfernen“, machte Untersteller deutlich. Um das Problem der Spurenstoffe in den Griff zu bekommen, sei ein umfassender Ansatz notwendig.

Der Kongress diskutiert strategische Ansätze und das technisch Machbare bei der Entwicklung von umweltfreundlichen Pharmaka, der Bewusstseinsbildung der Verbraucher und Akteure im Gesundheitswesen zum richtigen Gebrauch und der Entsorgung von Arzneimitteln sowie technische Verfahren zur Elimination von Spurenstoffen in der Wasserwirtschaft.

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