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Thünen-Institut: Im Düngerecht Transparenz der Nährstoffbilanzierung erhöhen

Thünen-Institut: Im Düngerecht Transparenz der Nährstoffbilanzierung erhöhen
Bildquelle: Fotolia
20.04.2017 − 

Für die Bilanzierung von Nährstoffmengen im Rahmen des Düngerechts sollten grundsätzlich Lieferscheine bzw. Rechnungen herangezogen werden. Das geht aus dem Bericht über betriebliche Stoffstrombilanzen hervor, den das Thünen-Institut für Ländliche Räume gestern vorgelegt hat. Rechnungen und Lieferscheine für die Berechnung der Zu- und Abfuhr von Nährstoffmengen heranzuziehen erhöhe die Transparenz von Nährstoffbilanzen und verbessere ihre Überprüfbarkeit, sagte Susanne Klages, eine der Autorinnen des Berichts.

Nach § 11a des geänderten Düngegesetzes müssen viehstarke Betriebe ab dem Jahr 2018 eine Stoffstrombilanz erstellen. Wie diese neue Bilanz berechnet und bewertet werden soll, ist aber noch offen, so das Institut. Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werde derzeit ein Verordnungsentwurf zur Einführung der betrieblichen Stoffstrombilanz vorbereitet. Eine vom BMEL initiierte Arbeitsgruppe hat dafür Entscheidungsgrundlagen erarbeitet, die in dem Bericht dokumentiert werden.

Gerade in Tierhaltungsbetrieben mit interner Verwertung der Wirtschaftsdünger könne die Bilanzierung verbessert werden, wenn anstelle des bisherigen Nährstoffvergleichs nach der alten Düngeverordnung künftig die Nährstoffzufuhr und -abfuhr für den Gesamtbetrieb bilanziert werde, heißt es weiter. Denn für den Nährstoffvergleich werde eine Schätzung der Nährstoffausscheidungen der Tiere und der selbst erzeugten Futtermittel vorgenommen, die häufig mit großen Unsicherheiten verbunden sei.

Für Düngemittel und Mischfuttermittel gebe es gesetzliche Vorgaben zur Deklaration, die eine genaue Berechnung der Nährstoffmengen ermöglichten. Für Produktgruppen, für die keine Deklaration von Stickstoff bzw. Phosphor vorgeschrieben ist, sollten Ergebnisse aus Produktanalysen herangezogen werden, empfiehlt der Bericht. Alternativ könnten Nährstoffgehalte bei eindeutiger Produktzuordnung aus bundesweit vereinheitlichten Tabellenwerken zu Nitrat- und Phosphor-Gehalten entnommen werden.

Keine Einigung über Bewertung
der Nährstoffüberschüsse

Seitens der Arbeitsgruppe sei kritisch angemerkt worden, dass die Stoffstrombilanz für die Düngeberatung nur begrenzten Wert habe, da diese Bilanzform keine Einblicke in die innerbetrieblichen Nährstoffflüsse erlaube. In der AG konnte dem Institut zufolge aber kein Konsens darüber erzielt werden, wie die mit Hilfe der Stoffstrombilanz berechneten betrieblichen Nährstoffüberschüsse bewertet werden sollen. Eine Mehrheit der AG-Mitglieder spreche sich für die Einführung einer neuen Bewertungsmethode auf Basis von Brutto-Stickstoff-Salden ohne Abzug von Verlusten aus. Allerdings habe es keine Einigung auf einen konkreten Vorschlag gegeben.

Konsens bestand den Angaben zufolge dagegen darüber, dass in jedem Fall die Brutto-Salden ausgewiesen werden sollen und dass künftig auch Biogasbetriebe eine Stoffstrombilanz erstellen sollten.

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