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Bauernverband bekräftigt Kritik: „UBA-Studie über Nitratbelastung und Wasserpreise ignoriert das neue Düngerecht“

Bauernverband bekräftigt Kritik: „UBA-Studie über Nitratbelastung und  Wasserpreise ignoriert das neue Düngerecht“
Bildquelle: DBV
20.06.2017 − 

Die UBA-Studie zu den Auswirkungen der Nitratbelastung auf die Trinkwasserpreise ignoriert das neue Düngerecht und blendet wesentliche Faktoren aus. Diese Feststellung hat Bernhard Krüsken, der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), in einem Offenen Brief an die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger getroffen.

In dem Brief, einer Antwort von Krautzbergers Offenem Brief an die Bauernverbände aus der vergangenen Woche, bekräftigt Krüsken seine Kritik an der Studie. Es handle sich um eine Spekulation über eine mögliche Entwicklung der Trinkwasserpreise, wobei die neuen düngerechtlichen Vorschriften ausgeblendet würden: Unberücksichtigt bleibe, dass Anfang Juni 2017 mit der Novelle der Düngeverordnung und des Düngegesetzes, der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und der Stoffstrombilanzverordnung eine komplette Neugestaltung sämtlicher Vorgaben für die Düngung sowie der Lagerung und Ausbringung von Düngern in Kraft getreten ist und jetzt umgesetzt werde.

"Wesentliche Einflussfaktoren ausgeblendet"

Das UBA blende wesentliche Einflussfaktoren aus, kritisiert Krüsken. Da – wie in der Studie auch angegeben werde - der Abbau von Nitrat während der Versickerung nicht berücksichtigt werde, werde ein erheblicher Abbau von Nitrat vernachlässigt, was im Ergebnis der Kalkulation zu unrealistisch hohen Nitratkonzentrationen führe. Auch igoriere das UBA gesetzliche Grenzwerte als Basis: In der Studie werde als Referenz zur Kostenberechnung ein Zielwert für die Reduzierung des Nitratgehaltes von 25 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat verwendet und nicht der gesetzlich festgelegte Trinkwassergrenzwert von 50 mg/l Nitrat. Damit würden ebenfalls die daraus abgeleiteten Kosten überzeichnet bzw. künstlich in die Höhe getrieben. Indirekt werde zudem der Eindruck erweckt, der Trinkwassergrenzwert sei nicht sicher, mit dem Nebeneffekt einer ungerechtfertigten Verunsicherung der Verbraucher.

"Studie nicht repräsentativ"

Darüber hinaus sei die UBA-Studie für Deutschland nicht repräsentativ. Als Datengrundlage für die Modellrechnungen würden in der Studie drei Wasserversorger in Westfalen und Niedersachsen - der Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV), die Rheinenergie und die Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) - herangezogen und damit Regionen, die als intensive landwirtschaftliche Regionen nicht repräsentativ für Deutschland sind. Dies führe zwangsläufig zu einer Überschätzung der Kosten.

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