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BUND zum Tag des Wassers: Auch Industriestaaten haben enorme Abwasserprobleme

BUND: Auch Industriestaaten  haben enorme Abwasserprobleme
Bildquelle: Fotolia
21.03.2017 − 

Auch Industriestaaten haben nach Auffassung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) „enorme Abwasserprobleme“. Diese werden hauptsächlich durch Mikroplastik, giftige Chemikalien und Medikamentenrückstände verursacht, sagte Laura von Vittorelli, Gewässerexpertin beim BUND, anlässlich des morgigen Weltwassertages. Viele der Schadstoffe könnten gar nicht oder nur mit großem Aufwand und hohen Kosten herausgefiltert werden. Vor dem Hintergrund fordert der BUND eine drastische Reduzierung der Mikroplastik-Einträge in die Abwässer.

Städtische Abwässer und synthetische Textilien zählen zu den Hauptquellen der Mikroplastik-Einträge in die Meere, sagte Ziebarth. Jedes Jahr gelangten weltweit über drei Millionen Tonnen Mikroplastik-Partikel ins Meer, die hauptsächlich aus synthetischen Textilien und dem Abrieb von Autoreifen stammten. Obwohl die Abwasserbehandlung in Deutschland auf einem hohen Stand sei, könnten Kläranlagen Mikroplastik nicht vollständig aus dem Wasser entfernen. Und die Mengen, die im Klärwerk herausgefiltert werden, landeten dann als Klärschlamm auf und in den Böden. Da Textilien einen Großteil der Fasern bei der ersten Wäsche verlieren, könnten beispielsweise verpflichtende Vorwäschen seitens der Hersteller eingeführt werden. Grundsätzlich gehe es aber darum, weniger Produkte aus Plastik herzustellen und zu konsumieren.

Auf die zunehmende Belastung der Gewässer mit Medikamentenrückständen hat das Kompetenzzentrum Spurenstoffe Baden-Württemberg (KomS) hingewiesen. Bei Untersuchungen des Kompetenzzentrums des Abwassers im Zu- und Ablauf von 40 Kläranlagen in Baden-Württemberg auf 50 Spurenstoffe sei ein Großteil der untersuchten Substanzen nachgewiesen worden. Vor allem Wirkstoffe aus Schmerzmitteln, Antibiotika, Psychopharmaka, Antidiabetika und Betablockern lagen dem Zentrum zufolge im Abwasser von mehr als 90 Prozent der Kläranlagen vor. Darüber hinaus seien in nahezu allen Kläranlagenzuläufen Röntgenkontrastmittel, Korrosionsschutzmittel, Komplexbildner, Duftstoffe wie auch Biozide und Lebensmittelzusatzstoffe zu finden. Selbst nach der Reinigung des Abwassers seien in fast allen Kläranlagenabläufen noch 40 Prozent der untersuchten Spurenstoffe vorhanden. Quelle der Medikamentenrückstände im Abwasser seien zu 80 Prozent die privaten Haushalte. Deshalb komme dem richtigen Umgang mit Arzneimitteln eine besondere Bedeutung zu.

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