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Bankwatch warnt vor Umweltschäden durch Projekte der Kleinwasserkraft im Westbalkan

Bankwatch warnt vor Umweltschäden durch Projekte der Kleinwasserkraft im Westbalkan
Bildquelle: Andrey Ralev/CEE Bankwatch Network
11.01.2018 − 

Acht Wasserkraftprojekte in Albanien, Kroatien und Mazedonien, die mit europäischen Mitteln finanziert werden, schädigen die biologische Vielfalt und benötigen dringend verstärkte Überwachungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Broken Rivers“ der NGO CEE Bankwatch Network. Kleinwasserkraftwerke hätten große Auswirkungen auf die Umwelt, sagte Igor Vejnovic, Leiter der Wasserkraftpolitik bei Bankwatch und Autor der Studie. „Es ist höchste Zeit, dass die Finanziers aufhören, in jegliche industrielle Projekte in ökologisch sensiblen Gebieten zu investieren.“

Die Balkanregion stehe seit 15 Jahren durch Pläne zum Bau von Tausenden von Wasserkraftwerken unter erhöhtem Druck, erklärte die Organisation. Zwar seien die meisten Projekte noch nicht verwirklicht. Viele der gebauten Anlagen seien jedoch mit europäischen Darlehen finanziert worden, bei denen Banken wie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) und die Europäische Investitionsbank (EIB) die Führung übernommen hätten. Vor allem der Ausbau der Kleinwasserkraft dürfte sich fortsetzen, prognostiziert Bankwatch.

Der Organisation zufolge stammten im Westbalkan zwischen 2001 und 2015 etwa 97 Prozent der Stromproduktion aus Wasserkraft von 57 großen Wasserkraftwerken, während 387 kleine Wasserkraftwerke drei Prozent beisteuerten. Um die Auswirkungen solcher Projekte zu sehen, hat Bankwatch im Jahr 2017 Vor-Ort-Besuche bei acht von Europa finanzierten Wasserkraftprojekten in Albanien, Kroatien und Mazedonien durchgeführt, die sich alle in Schutzgebieten oder in ökologisch sensiblen Gebieten befinden.

Die Wasserkraftwerke wurden der Organisation zufolge in den Jahren 2013 bis 2015 errichtet. Nur das Waserkraftwerk Ilovac in Kroatien habe ein vollständiges UVP-Verfahren und die so genannte Angemessene Bewertung der Auswirkungen auf die biologische Vielfalt gemäß Artikel 6.4 der EU-Habitatrichtlinie durchlaufen. Dieser Fall zeige jedoch, dass die EU-Mitgliedschaft eines Staates keine Garantie für eine fundierte Umweltverträglichkeitsprüfung sei. Allgemein lasse sich feststellen, dass die Kraftwerke endemische und vom Aussterben bedrohte Arten beeinträchtigen, kritisiert die Organisation. In einigen Fällen werde auch die Wassernutzung lokaler Gemeinden behindert.

Die Studie habe außerdem ergeben, dass in den meisten Fällen Verstöße gegen nationale Gesetze und Standards internationaler Finanzinstitutionen vorlägen. So würden zum Beispiel Fischpässe blockiert, zu wenige oder gar keine Wassermengen abgelassen und Erosionen durch Zufahrtsstraßen ausgelöst. Nationale Behörden hätten nur in einem Fall eine Geldbuße gegen den Wasserkraftwerksbetreiber verhängt.

Angesichts des Missverhältnisses zwischen Stromausbeute und Umweltschäden sollten Banken überlegen, ob Kleinwasserkraftprojekte an gut erhaltenen Wasserläufen überhaupt sinnvoll sind, betont Bankwatch. Falls solche Projekte dennoch in Betracht gezogen werden, sollten die Banken unverhältnismäßige Umweltschäden vermeiden, indem sie sichergehen, dass die Anlagen Teil kohärenter Energie- und Flussgebietsmanagementstrategien sind und dass auch bei kleinen Projekten eine gründliche Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird.

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