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Corona-Pandemie behindert bodenbezogene Klärschlammverwertung in Ostfrankreich

Corona-Pandemie behindert bodenbezogene Klärschlammverwertung in Ostfrankreich
Es gilt ein Ausbringungsverbot für bis zu 320.000 t.
10.08.2020 − 

Im Einzugsgebiet der ostfranzösischen Wasseragentur Rhein-Maas können derzeit 170.000 bis 320.000 Tonnen Klärschlamm nicht mehr direkt in der Landwirtschaft verwertet werden. Grund hierfür sei, dass die Unschädlichkeit dieser Schlämme im Hinblick auf das SARS-CoV-2-Virus nicht garantiert ist, erklärte die Wasseragentur. Das habe die Nationale Agentur für Ernährung, Umwelt- und Arbeitsschutz ANSES entschieden. Daher werde die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen aus kommunalen oder industriellen Kläranlagen, die potenziell kontaminierte häusliche Abwässer enthalten, vorerst ausgesetzt. Ausgenommen seien hygienisierte Klärschlämme.

Landwirtschaftliche Verwertungsquote bei 86 Prozent

Nach Angaben der Wasseragentur fallen in den Kommunen und der Industrie des Einzugsgebiets jährlich ca. 750.000 Tonnen Rohschlamm an. Davon gelten ca. 60 Prozent oder etwa 430.000 Tonnen als nicht hygienisiert. Da 86 Prozent der Klärschlämme in der Region landwirtschaftlich verwertet würden, sei ein Entsorgungsnotstand eingetreten. Daher habe der Verwaltungsrat bereits am 14. Mai beschlossen, den betroffenen Gebietskörperschaften und Betrieben eine außerordentliche Hilfe von sechs Millionen Euro zu gewähren.

Lagerkapazitäten könnten in zwei oder drei Monaten erschöpft sein

Es bestehe dringender Handlungsbedarf, da die Lagerkapazitäten für Klärschlamm innerhalb von zwei oder drei Monaten erschöpft sein könnten, macht die Wasseragentur deutlich. Die Klärschlammausbringung erfolge in der Regel im Frühjahr oder Sommer. Zur Entspannung der Situation schlägt die Wasseragentur entweder Anpassungsmaßnahmen beim bestehenden Entsorgungsweg oder die Wahl alternativer Maßnahmen vor. Erstere könnten jedoch zeitaufwändig sein.

Beihilfe zwischen 4 und 75 Euro pro Tonne Klärschlamm

Der Verwaltungsrat habe eine Pauschalbeihilfe beschlossen, die auf den Referenzkosten der möglichen alternativen Maßnahmen basiert. Gefördert würden etwa die Überkalkung des Schlamms, die Kalkung im Silo in situ, die mobile Entwässerung und Kalkung vor der Ausbringung, der Transport des entwässerten Schlamms zu einer Kompostierungsplattform mit Ausbringung sowie die Klärschlammverbrennung. Die Beihilfe beläuft sich den Angaben zufolge auf 4 bis 75 Euro pro Tonne und soll die zusätzlichen Betriebskosten decken. Sie gelte für Kosten, die seit dem 2. April 2020 entstanden sind.

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