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Der Biber macht auch Bäche in landwirtschaftlichen Regionen dynamischer und artenreicher

Der Biber macht Bäche in landwirtschaftlichen
Ein Biber.
11.02.2021 − 

Der Biber macht Fließgewässer dynamischer und artenreicher. Die als Baumeister geltenden Tiere verändern mit ihren Dämmen und Burgen die Gewässerlandschaften. Wo sie vorkommen, steigt beispielsweise die Artenvielfalt an Wasserlebewesen. Dass dies auch für Bäche in stark landwirtschaftlich genutzten Regionen gilt, hat jetzt erstmals eine Eawag-Studie aus dem Zürcherischen Weinland gezeigt.

Die Biber seien fast in der ganzen Schweiz anzutreffen. Insbesondere im Mittelland und in den letzten zehn Jahren hätten sie sich stark verbreitet, so dass derzeit schätzungsweise fünf bis sechstausend Biber in Schweizern Gewässern leben.

Die Nager seien bekannt dafür, dass sie sowohl die Morphologie als auch die Hydrologie natürlicher Fließgewässer stark verändern und diese dadurch dynamischer und artenreicher machen. Bislang sei jedoch unklar, ob das auch auf urbane oder landwirtschaftliche Bäche zutrifft, d.h. die Bäche, die die Biber heute vorwiegend besiedeln. Forschende der Eawag und der Universität Lausanne haben dies nun gezeigt.

Biberteiche erhöhten nicht nur die Artenvielfalt zweier landwirtschaftlich geprägter Bäche, sondern veränderten auch das Nahrungsangebot für die Wassertiere.

Im Fokus standen der Mederbach und der Langwisenbach

Für ihre Studie untersuchten die Forschenden zwei Bäche im Zürcherischen Weinland, an denen Biber vor über zehn Jahren anfingen, mehrere Dämme zu bauen: den Mederbach in der Gemeinde Marthalen sowie den Langwisenbach in der Gemeinde Flaach. Wie die Ergebnisse zeigten, wirkten sich die Biber in vielerlei Hinsicht positiv auf die Bäche aus. So hielten die Teiche Sedimente und Nährstoffe zurück. In einem nicht gestauten Bach hingegen würden diese direkt abtransportiert. Wegen der Teiche standen den Wasserlebewesen auch mehr terrestrische Nahrungsquellen zur Verfügung.

Nicht zuletzt seien dadurch auch neue Lebensräume entstanden. So hätten sich Tiere angesiedelt, die sonst nicht in schnell fließenden, sondern ruhigen Gewässern zu finden seien. Das habe die aquatische Biodiversität des gesamten Systems erhöht. Während all diese Effekte in beiden Bächen beobachtet werden konnten, waren sie am Mederbach ausgeprägter als am Langwiesenbach, betonen die Forscher.

Effekt stark von der Topographie abhängig

Zu erklären sei dies mit der unterschiedlichen Topografie. Der Mederbach habe ein geringeres Gefälle als der Langwiesenbach und sei seitlich auch nicht durch eine Art Schlucht begrenzt. Der Bach habe damit sozusagen mehr Raum, um sich zu verändern. Insgesamt seien die Biberteiche am Mederbach denn auch viel breiter und weniger tief.

Wie stark der Biber seinen Lebensraum verändern könne, hänge von der Topografie des Baches ab. Am Langwiesenbach werde die Ausbreitung der Biberteiche durch die Böschung auf beiden Seiten begrenzt.

Rasch sichtbare Resultate

„Unsere Resultate zeigen, dass Biber auch landwirtschaftlich geprägte Fliessgewässer ökologisch aufwerten können“, meint der Gewässerökologe und Erstautor der Studie, Christopher Robinson. Der Biber als Revitalisierer sei eine einfache und nachhaltige Lösung, die in der Schweiz auch schon verfolgt werde.

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