|  
International» weitere Meldungen

EU-weites abwasserbasiertes Warnsystem für die Coronavirus-Pandemie geplant

EU-weites abwasserbasiertes Warnsystem für die Coronavirus-Pandemie geplant
Brüssel will ein EU-weites Warnsystem etablieren
16.06.2020 − 

Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) und die Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission wollen ein EU-weites abwasserbasiertes Warnsystem für die Coronavirus-Pandemie etablieren. Hierfür ist in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Wasserforschungsinstitut KWR und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) und mit Unterstützung von Water Europe und EurEau eine gesamteuropäische Ad-hoc-Bewertung geplant, teilte KWR mit. Ziel sei die Entwicklung eines Warnsystems sowie ein Erfahrungsaustausch bei der Überwachung von SARS-CoV-2 im Abwasser.

Unbehandeltes Abwasser als guter Indikator für Vorhandensein des Virus

In letzter Zeit mehren sich die Hinweise, dass unbehandeltes Abwasser ein guter Indikator für das Vorhandensein des Virus in der Bevölkerung ist, erklärte KWR. Der Nachweis des Coronavirus im Abwasser werde zunehmend von verschiedenen Forschungsgruppen unabhängig voneinander als ein möglicher Weg zur besseren Quantifizierung und zum besseren Verständnis des SARSCoV-2-Infektionsgrads in der Bevölkerung gesehen. Nach der ersten Bestätigung des Auftretens der Virus-RNA im Stuhl von COVID-19-Patienten hätten Forschungsgruppen in den Niederlanden, Australien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich erfolgreich eine Beziehung zwischen der Viruskonzentration im Zulauf von Kläranlagen und den gemeldeten COVID-19-Fällen in der betreffenden Bevölkerung hergestellt.

Gewonnene Daten könnten mit Konzentrationen eingesetzter antiviraler Medikamente korreliert werden

Somit ist die Beprobung von Abwasser auf SARS-CoV-2 wahrscheinlich ein wertvolles und effizientes Instrument zur Überwachung der Viruszirkulation in Städten und Gemeinden in der EU und könnte als Frühwarnung für ein erneutes Auftreten des Virus dienen, mutmaßt KWR. Ebenso könnten auf diese Weise gewonnene Daten, sofern sie in harmonisierter Form gesammelt werden, mit den Konzentrationen von antiviralen Medikamenten und anderen Arzneimitteln, die bei der Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden, korreliert werden. Um die laufenden Bemühungen zu kanalisieren, die Verfahren zu vereinfachen und gleichzeitig den Wissensaustausch zu erleichtern, organisiere das JRC das gemeinsame gesamteuropäische Projekt.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Bericht: Ökologische Sanierung an Schweizer Wasserkraftanlagen kommt schleppend voran

FiW: Projekt „Intewar“ soll in Kamerun Resilienz gegen Hochwasser und Dürre erhöhen  − vor