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Französischer Wasserverband FP2E weist Diskussion um zu hohe Wasserpreise zurück

Französischer Wasserverband FP2E weist Diskussion um zu hohe Wasserpreise zurück
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20.04.2018 − 

Der französische Wasserwirtschaftsverband Fédération Professionnelle des Entreprises de l’Eau (FP2E) hat Diskussionen um zu hohe Wasserpreise in Frankreich zurückgewiesen. In einem Gastbeitrag in der Zeitung „Le Monde“ macht FP2E-Präsident Bertrand Camus darauf aufmerksam, dass Wasserdienstleistungen ihren Preis haben müssen. Schließlich müsse Wasser aus seiner natürlichen Umwelt entnommen, aufbereitet, in ein Verteilnetz eingespeist und Abwasser behandelt werden.

In Frankreich sei die Trinkwasserqualität für über 97 Prozent der Verbraucher konstant und gesetzeskonform. Diese Zahl sei äußerst ermutigend, erklärte Camus. Fast zwei Millionen Franzosen auf dem Land und in Bergregionen hätten jedoch Zugang zu Trinkwasser, das bisweilen die Vorgaben nicht einhält. „Eine hohe Trinkwasserqualität ist keine Selbstverständlichkeit“, so Camus in seinem Beitrag. Debatten, die ausschließlich auf niedrige Preise in der Wasserwirtschaft abzielen, seien demagogisch, kritisierte er. Dadurch werde suggeriert, dass Wasser eine unerschöpfliche Ressource von gleicher Qualität und daher so gut wie kostenlos sei. Qualität sei jedoch nicht gratis, sondern habe ihren Preis.

Zudem haben Behörden für Leistungen der Daseinsvorsorge einen Preis empfohlen, der in Frankreich eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Ressourcen und den Erhalt der Kaufkraft sicherstellt, führte Camus weiter aus. Dies sei aktuell der Fall. Die Haushalte in Frankreich gäben durchschnittlich 0,8 Prozent ihres Einkommens für Dienstleistungen der Wasserver- und Abwasserentsorgung aus. Dieser Anteil sei seit etwa fünfzehn Jahren konstant und liege weit unter dem von Energie (vier Prozent) und Telekommunikation (2,2 Prozent).

Zum Vergleich von Wasserpreisen auf europäischer Ebene erklärte der FP2E-Präsident, dass der Preis für Wasserdienstleistungen in Frankreich mit durchschnittlich fast vier Euro pro Kubikmeter im Hinblick auf das hohe Qualitätsniveau eher niedrig ist. Staaten, in denen die Wasserversorgung weniger kostet, verzeichneten besorgniserregende Verzögerungen bei der Modernisierung ihrer Infrastruktur. Dies sei insbesondere in Italien zu beobachten, wo etwa im vergangenen Sommer eine Unterbrechung der Wasserversorgung in Rom zu befürchten gewesen sei. Dennoch müsse Frankreich bei der Erneuerung der Wasserinfrastruktur ehrgeiziger sein. Bei der derzeitigen Sanierungsrate würde es siebzig Jahre dauern, die bestehenden Leitungen zu ersetzen, rechnete er vor.

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