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Rätselhafte Schwefelbakterienblüte in den Tiefen des ostafrikanischen Tanganjikasees

Rätselhafte Schwefelbakterienblüte in den Tiefen des ostafrikanischen Tanganjikasees
Tanganyikasee Forschungsexpedition. Quelle: Cameron Callbeck
18.02.2021 − 

Im nördlichen Becken des ostafrikanischen Tanganjikasee wächst eine Gemeinschaft von Schwefelbakterien, die maßgeblich in den Stickstoffkreislauf des Sees eingreift. Mit dem Klimawandel könnte sich die Bakterienblüte Richtung Süden ausdehnen, was auch einschneidende Folgen für die regionale Fischerei hätte, zeigt eine neue Studie des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag.

Der Tanganjikasee in Afrika gilt als einer der größten Süßwasserseen der Erde und als wichtige Fischquelle für Millionen von Menschen in der Umgebung. Ein Eawag-Forscherteam hat in Kooperation mit Experten des tansanischen Fischereiforschungsinstituts (TAFIRI) den See deswegen untersucht. Gemeinsam sind sie einem rätselhaften Phänomen in der Tiefe auf der Spur: Unter der ruhigen Wasseroberfläche des Tanganjikasees wächst und blüht in aller Stille eine Gemeinschaft von Schwefelbakterien.

Dabei handelt es sich um phototrope Organismen, das bedeutet, sie können Lichtenergie für ihren Stoffwechsel direkt nutzen. Die Gemeinschaft im Tanganjikasee sei jedoch außergewöhnlich, denn sie könne auch bei verschwindend geringen Lichtverhältnissen noch Photosynthese betreiben und in rund 150 Meter Tiefe im nördlichen Becken des Sees eine stabile Gemeinschaft bilden. Darüber hinaus gedeihen diese Bakterien in einem Teil der Wassersäule, in dem kein Sauerstoff vorhanden sei, der so genannten sauerstoffarmen Zone.

Schwefelbakterien erhöhen Stickstoffverlust beträchtlich

Die Frage sei, ob und wie diese tiefe Bakterienblüte die biogeochemischen Kreisläufe, insbesondere den Stickstoffkreislauf, beeinflusst. Denn Stickstoff sei ein grundlegender Baustein des Lebens und im Tanganjikasees eher knapp bemessen. Ein Mangel an Stickstoff aber könne einschneidende Folgen für alle Ebenen des Ökosystems haben – von den Algen bis zu den Fischen. Nun treibe genau der Bereich in der Wassersäule, in der die Blüte sich ausbreite, einen aktiven mikrobiellen Stickstoffkreislauf und beträchtliche Stickstoffverluste an. Daher sei es für die Zukunft des Sees wichtig, zu erfahren, welche Auswirkungen die Bakteriengemeinschaft hat und wie sich der Stickstoffverlust mit der Zeit verändert.

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