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Schweizer Oekotoxzentrum stellt neue Strategie zur Beurteilung der Sedimentqualität vor

Schweizer Oekotoxzentrum stellt neue Strategie zur Beurteilung der Sedimentqualität vor
Eine Gewässerprobe.
27.01.2021 − 

Das Schweizer Oekotoxzentrum hat eine neue Strategie vorgestellt, um die Qualität von Sedimenten zu beurteilen. Diese spielen eine entscheidende Rolle für die Gewässerqualität. Ein Ziel der Schweizer Gewässerschutzverordnung sei, dass Sedimente keine persistenten Stoffe enthalten und auch keine Stoffe anreichern, die eine schädliche Wirkung auf Lebewesen haben.

Wie das Wasserforschungsinstitut Eawag, an die das Oekotoxzentrum angegliedert ist, berichtet, gibt es bislang keine einheitliche Strategie für die Kantone, um die Sedimentqualität zu überwachen. An einer solchen Bewertungsstrategie für Sedimente hat das Oekotoxzentrum in den vergangenen sechs Jahren im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zusammen mit der Eawag und dem Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) gearbeitet. Untersuchungen des Oekotoxzentrums und des Wasserforschungsinstituts hätten in den Sedimenten von Bächen unter anderem mehrere Pestizidwirkstoffe in Konzentrationen gefunden, die toxisch wirken können.

Kantone wünschen einheitliches Vorgehen

Laut dem Oekotoxzentrum wünschen die Kantone ein einheitliches Vorgehen zur Probenahme und Probenvorbehandlung. Außerdem fehlten ihnen bislang Empfehlungen für Stoffe, die regelmäßig überwacht werden sollten, sowie ökotoxikologische Grenzwerte, um die Sedimentqualität zu bewerten. Die Bewertungsstrategie sei als Teil des Modul-Stufen-Konzepts entwickelt worden, das standardisierte Methoden zur Analyse und Bewertung der Schweizer Fliessgewässer enthalte. Die erste Projektphase im Sedimentprojekt sei nun beendet. Bald werde ein Expertenbericht veröffentlicht.

Die Strategie geht zunächst auf die Planung der Monitoringkampagne und die Auswahl der Probenahmestellen ein, heißt es seitens des Oekotoxzentrums. Es wird empfohlen, Mischproben aus dem Oberflächensediment von mindestens drei Standorten pro Probenahmestelle zu nehmen. Die Proben werden anschließend nass gesiebt, um die Gesamtfraktion mit einer Partikelgröße von über zwei mm zu erhalten.

Ziel: Regelmäßiges Sedimentmonitoring

Ein Projektziel war es, die geeigneten Schadstoffe für ein regelmäßiges Sedimentmonitoring zu empfehlen. Zunächst wurde eine Grobauswahl der Stoffe getroffen, die eine von drei Bedingungen erfüllen. Dazu zählen, dass erstens die Substanz in der Schweiz oder der EU in Sedimenten nachgewiesen wurde, und dass es zweitens in anderen Ländern Sediment Qualitätskriterien (SQK) gibt. Drittens muss der Stoff so hydrophob und persistent sein, dass sein Vorkommen in Sedimenten wahrscheinlich ist.

Diese ausgewählten Stoffe wurden dann - abhängig von der Datenverfügbarkeit und dem in fünf Aktionskategorien eingeteilt, die die Grundlage für die weiteren Empfehlungen bilden. Schließlich wurden die Stoffe nach ihrer Exposition, ihrer Gefährlichkeit und ihrem Risiko priorisiert. Für die Beurteilung der Gefährlichkeit spielten die Persistenz, die Bioakkumulation und die Toxizität der Stoffe eine Rolle. Für die Bewertung des Risikos werde die Existenz von SQK in der EU berücksichtigt, ebenso Qualitätskriterien für Oberflächengewässer und der berechnete Risikofaktor.

Forscher empfehlen insgesamt 20 Substanzen oder Substanzgruppen

Die Forscher empfehlen 20 Substanzen oder Substanzgruppen, die für ein Sedimentmonitoring besonders relevant sind. Darunter sind zum einen schon lange als Sedimentschadstoffe bekannte Substanzen, wie polychlorierte Biphenyle (PCB), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Metalle, aber auch Pflanzenschutzmittel, Medikamente und Körperpflegemittel. Für alle Stoffe hat das Oekotoxzentrum Sedimentqualitätskriterien bestimmt, d.h. Schwellenwerte für eine mögliche toxische Wirkung. Durch einen Vergleich der Konzentrationen aus der chemischen Analyse mit den Sedimentqualitätskriterien könne die Sedimentqualität in fünf Klassen eingeteilt und so bewertet werden.

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