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Universität Zürich: 1,5 Milliarden Menschen sind künftig vom Wasser aus den Bergen abhängig

Universität Zürich: 1,5 Milliarden Menschen künftig vom Wasser aus den Bergen abhängig
Ein Bach.
09.07.2020 − 

Weltweit hat sich der Wasserverbrauch in den letzten hundert Jahren fast vervierfacht, viele Regionen können ihren Bedarf nur dank Zuflüssen aus den Bergen decken. In 30 Jahren werde sogar ein Viertel der Tieflandbevölkerung vom Wasser der Gebirgsregionen abhängig sein, berichtet die Universität Zürich in einer Mitteilung. Nur eine nachhaltige Entwicklung könne diese Funktion der Berge als Wassertürme der Erde sicherstellen.

Viele Tieflandregionen auf der ganzen Welt seien von den Zuflüssen aus Berggebieten abhängig, nicht zuletzt auch wegen der stark angestiegenen Bewässerung in der Landwirtschaft. Eine Studie unter der Leitung der Universität quantifiziert erstmals diese Abhängigkeit, indem sie das Wasserangebot und den Wasserverbrauch in den Tiefländern den Zuflüssen aus den Gebirgen gegenüberstellt.

Basierend auf einem hochauflösenden globalen Modell liefert die Studie rund um den Globus Informationen über die Abhängigkeit von den Wasserressourcen der Gebirge. Die Analysen wurden flächendeckend mit Hilfe eines regelmäßigen Rasters durchgeführt und anschließend für jedes Flusseinzugsgebiet mit einer Fläche von über 10.000 Quadratkilometer miteinander verglichen. Das ermögliche sehr differenzierte Einblicke in die jeweiligen regionalen Unterschiede und Besonderheiten.

Abhängigkeit steigt trotz eines sinkenden Pro-Kopf-Verbrauchs

„Bisher konzentrierte man sich vor allem auf die Flussgebiete, die in den Hochgebirgen Asiens entspringen“, so Daniel Viviroli vom Geographischen Institut der Universität Zürich. Doch auch in vielen anderen Regionen seien landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiete sehr abhängig vom Wasser aus den Berggebieten. Das sei etwa im Nahen Osten und in Nordafrika sowie in Teilen von Nordamerika, Südamerika und Australien der Fall.

Diese Abhängigkeit sei seit den 1960iger Jahren massiv gestiegen, trotz einer effizienteren Wassernutzung und eines sinkenden Pro-Kopf-Verbrauchs. Waren damals nur sieben Prozent der Tieflandbevölkerung substanziell von den Beiträgen der Gebirge abhängig, werden es der Studie zufolge Mitte dieses Jahrhunderts 24 Prozent sein. Das entspreche rund 1,5 Milliarden Menschen in den Tieflandgebieten. Besonders im Fokus stehen dabei etwa die Einzugsgebiete von Ganges-Brahmaputra-Meghna, Yangtze und Indus in Asien, von Nil und Niger in Afrika, Euphrat und Tigris im Nahen Osten sowie des Colorado in Nordamerika. Für ihre Berechnungen gingen die Forscher von einem mittleren Szenario aus, was das Bevölkerungswachstum sowie die technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung betrifft.

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