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Viele europäische Oberflächengewässer durch organische Schadstoffe belastet

Viele europäische Oberflächengewässer durch organische Schadstoffe belastet
Über 8 Mio. Messungen wurden ausgewertet.
25.03.2021 − 

Auch nach mehr als 20 Jahren europäischer Wasserrahmenrichtlinie werden viele Oberflächengewässer in Europa regelmäßig durch organische Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel oder Industriechemikalien in Konzentrationen belastet, die für die Ökosysteme schädlich sind. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Umweltwissenschaften iES der Universität Koblenz-Landau, für die mehrere Millionen Datensätze ausgewertet und analysiert wurden. Verbesserte Schutzmaßnahmen für Oberflächengewässer seien dringend notwendig, teilte die Hochschule mit. Die Landauer Umweltwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler hätten die Studie in dem Fachjournal „Environmental International“ veröffentlicht.

„Wir haben mehrere Millionen Messungen der vergangenen 15 Jahre zum Vorkommen von organischen Schadstoffen in europäischen Gewässern ausgewertet und die damit verbundenen Umweltrisiken für diese Süßwassersysteme beurteilt“, sagte Jakob Wolfram, Erstautor der Studie. „In unserer Auswertung konnten wir zeigen, dass immer mehr und bessere Umweltproben genommen werden, gleichzeitig mussten wir aber feststellen, dass Oberflächengewässer häufig durch organische Schadstoffe beeinträchtigt werden und sich für manche Organismengruppen diese Zustände sogar zunehmend verschlechtern.“

Laut Universität Koblenz-Landau wurden die europaweit umfangreichen Wasserproben im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie genommen. Der von der europäischen Umweltagentur (EUA) verwaltete Datensatz mit mehr als 8 Millionen Messungen zu 352 organischen Schadstoffen in 31 Ländern sei zum ersten Mal ausgewertet und analysiert worden. Die Forscher haben sowohl den Status als auch die Entwicklung der Wasserqualität in Europa beurteilt. Als Ergebnis halten sie fest, dass viele Typen von organischen Schadstoffen, beispielsweise Industriechemikalien wie Löse- oder Reinigungsmittel, Pestizide und Pharmazeutika, vermehrt in den Oberflächengewässern gefunden werden.

In lediglich einem Drittel der Gewässer konnten keine Schadstoffe pro Jahr gefunden werden, hieß es weiter. Weitere Analysen hätten gezeigt, dass in diesen Fällen die Qualität der Probennahme signifikant schlechter war. „Dies kann dazu führen, dass Belastungen nicht gefunden werden, daher haben wir auch die Qualität der Probennahme umfassend beurteilt“, so Wolfram. Dabei haben die Forscher einen klaren Zusammenhang zwischen der Qualität der Probennahme und dem Auffinden von Schadstoffen herausgestellt. „In vielen Ländern Europas wird das wahre Risiko in Oberflächengewässern weiterhin unterschätzt“, fasste Wolfram das Ergebnis zusammen.

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