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VSA veröffentlicht Politikmemorandum zu Gewässerschutz, P-Rückgewinnung und Seen

VSA veröffentlicht Politikmemorandum zu Gewässerschutz, P-Rückgewinnung und Seen
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19.01.2018 − 

Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) hat zum Jahresauftakt ein Politikmemorandum zum Thema Gewässerschutz in der Landwirtschaft, Phosphorrückgewinnung aus Abwasser und Klärschlamm sowie Fischzucht in Seen veröffentlicht. Mit dem Politikmemorandum 2018 will der Verband nach eigenen Angaben Stellung zu wichtigen Themen der Schweizer Umweltpolitik beziehen, die ihn direkt betreffen. Er setze sich für saubere und lebendige Gewässer sowie den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser ein, betonte der VSA.

Der Verband fordert eine umweltschonende Landwirtschaft, die die Wasserressourcen optimal schützt. Viele kleine und mittlere Fließgewässer seien jedoch mit Pestiziden aus der Landwirtschaft belastet. Die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität würden oft nicht eingehalten. Der VSA ist der Meinung, dass die Gewässerbelastung durch diffuse Einträge – insbesondere von Pestiziden – deutlich reduziert werden müsse.

Die breite Maßnahmenpalette des „Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ sei zwar begrüßenswert, aber zu wenig ambitioniert. Die Schweizer Landwirtschaft solle sich in einer Vorreiterrolle mit nachhaltiger statt maximaler Produktion positionieren, fordert der Verband. Hierfür hat der VSA zehn Maßnahmen postuliert.

Zum Thema Phosphorrückgewinnung aus Abwasser und Klärschlamm schreibt der VSA, dass Kantone und Abwasserreinigungsanlagen (ARA) gemeinsam nach Lösungen suchen müssen. Der Verband sei bereit, diese Aktivitäten zu koordinieren, damit mit Hilfe des Bundes ein konkurrenzfähiges Recyclingprodukt entstehen kann. Schließlich müssten gemäß der neuen Abfallverordnung VVEA ab 2026 alle kommunalen ARA Phosphor zurückgewinnen.

Da noch kein Rückgewinnungsverfahren großtechnisch realisiert sei, unterstützt der VSA nach eigenen Angaben die aktuell breit angelegte Forschung. Der Verband weist darauf hin, dass die Anlagen zur Phosphorrückgewinnung eine wirtschaftliche Größe aufweisen müssten. Hierfür müsste es gemeinsame, interkantonale Lösungen geben, die die Entsorgungs- und Kostensicherheit für ARA-Betreiber zukünftig gewährleisten. „Der VSA ist bereit, die dazu notwendigen Plattformen zu organisieren“, heißt es im Politikmemorandum.

Der VSA wehrt sich darüber hinaus gegen Forderungen von Berufsfischern, mehr Phosphor in den Schweizer Seen zuzulassen, um sinkende Fischerträge zu steigern. „Ein See ist keine Fischzucht“, stellt der Verband fest. Dank jahrzehntelanger Anstrengungen wiesen viele Seen wieder einen ähnlich niedrigen Phosphorgehalt auf wie zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Dieser naturnahe Zustand sei eine Erfolgsgeschichte. Dieser Erfolg dürfe nicht durch Einzelinteressen aufs Spiel gesetzt werden, warnt der VSA. Die Fischerei sei lediglich eine Nutzung unter vielen. Es könne nicht das Ziel sein, Seen zu Fischzuchten zu degradieren.

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