Die Grünen in der schweizerischen Stadt Solothurn wollen erreichen, dass das Wasser der elf historischen Brunnen in der Altstadt nicht mehr in die Kanalisation eingeleitet wird. In einem Antrag fordert die grüne Gemeinderatsfraktion die Stadtverwaltung auf, zu prüfen, inwieweit das Brunnenwasser ressourcenschonend und im Sinne der Schwammstadt weiterverwendet werden kann. Dabei soll der Aufwand für die Werkhofmitarbeiter berücksichtigt werden, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag.
Den Grünen zufolge werden die Brunnen in der Stadt Solothurn mit Quell- und Trinkwasser befüllt. Das Wasser wird mindestens einmal wöchentlich ausgetauscht und dabei in die Kanalisation geleitet. Auf diese Weise vermische sich sauberes Wasser mit Schmutzwasser, bemängelt die Fraktion. Durch diesen Fremdwassereintrag werde die Abwasserreinigungsanlage (ARA) unnötig belastet.
Die Fraktion verweist auf die schweizerische Stadt Zofingen, in der seit fast fünf Jahren Brunnenwasser versickert wird, um den Fremdwasseranteil in der Kanalisation zu reduzieren. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde hierzu an einem Brunnen ein rund drei Meter tiefer Versickerungsschacht gebaut, berichtete die Stadt Zofingen. Im Normalbetrieb läuft das Wasser in den Versickerungsschacht. Bei Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten kann mit einem Schieber das verschmutzte Wasser in die Kanalisation geleitet werden.
Die Grünen in Solothurn betonen in ihrem Antrag, dass ihre Stadt eine Schwammstadt sei. Daher müsse es ein Anliegen der Stadt sein, mit sauberem Wasser sinnvoll und nachhaltig umzugehen. Je nach Brunnenstandort solle geprüft werden, ob das Brunnenwasser zur Bewässerung von Pflanzen genutzt werden kann oder ob es ober- oder unterirdisch versickert und so dem Grundwasser zugeführt werden kann.
Weiterhin will die Fraktion erfahren, ob das Brunnenwasser für Reinigungsarbeiten geeignet ist und länger als eine Woche in den Brunnen verbleiben kann. Hierzu könne zum Beispiel ein Umlauf eingebaut und die Algenbildung mit natürlichen Mitteln gehemmt werden. Darüber hinaus erkundigt sich die Fraktion nach Möglichkeiten für Pilotprojekte an geeigneten Brunnen. Weitere Ideen im Sinne einer grün-blauen Infrastruktur seien einzubringen und zu prüfen, heißt es in dem Antrag.




