RIWA-Rijn: Ziel der Verringerung der Rhein-Einträge noch nicht in Sicht

Niederländische Rheinwasserwerke legen Jahresbericht 2021 vor

Der Verband der niederländischen Rheinwasserwerke RIWA-Rijn plädiert für zusätzliche Anstrengungen zur Erreichung des Ziels, Schadstoffeinträge in den Rhein bis 2040 um 30 Prozent zu reduzieren. Das sei notwendig, da nun klar sei, dass dieses Ziel der Rhein-Ministerkonferenz für 41 Prozent der Stoffe nicht erreicht wird, teilte der Verband heute anlässlich der Veröffentlichung seines Rhein-Jahresberichts 2021 mit.

Im Jahr 2021 seien erneut mehrere Dutzend Stoffe im Rhein nachgewiesen worden, die über den im Europäischen Flussmemorandum (ERM2020) geforderten Konzentrationen lagen. Wie aus dem Jahresbericht 2021 von RIWA-Rijn hervorgeht, in dem die Wasserqualität im niederländischen Teil des Rheineinzugsgebiets beschrieben wird, handelt sich um Industriechemikalien, Arzneimittelrückstände, Pestizide und deren Abbauprodukte.

„Reinigungsaufgaben
nehmen eher zu als ab“

Dem Jahresbericht 2021 zufolge hat die Aufbereitungsaufgabe des Rheins an der deutsch-niederländischen Grenze bei Lobith im Jahr 2021 zugenommen, und zwar sowohl wegen erhöhter (Höchst-)Konzentrationen bestimmter Stoffe als auch wegen Überschreitungen von neu auftretenden Stoffen - obwohl der Beitrag einer Reihe anderer Parameter zurückgegangen sei. Die Aufbereitungsaufgabe ist laut RIWA die Differenz zwischen den derzeitigen Stoffkonzentrationen im Rhein und den in der niederländischen Trinkwasserverordnung festgelegten Normen.

Den größten Anteil an der Aufbereitungsaufgabe hätten industrielle Stoffe und Konsumgüter, die die Hauptverantwortlichen für den Anstieg seien. Selbst wenn man den Beitrag neu auftretender Stoffe ausklammere, liege der Index der Behandlungsaufgaben im Jahr 2021 auf demselben hohen Niveau wie in den Jahren 2017 und 2018. Daher ist es dem Verband zufolge unwahrscheinlich, dass das Ziel von Artikel 7 (3) der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bis 2027 erreicht wird.  Danach haben die Mitgliedstaaten für den erforderlichen Schutz der ermittelten Wasserkörper zu sorgen, um eine Verschlechterung ihrer Qualität zu verhindern und so den für die Gewinnung von Trinkwasser erforderlichen Umfang der Aufbereitung zu verringern.

Beeinträchtigungen durch
unfallbedingte Verschmutzung

Die unfallbedingte Verschmutzung, auch durch Katastrophen wie den schweren Unfall bei Leverkusen-Bürrig im Jahr 2021 (u.a. EUWID 1.2022), beeinträchtigen laut RIWA die Eignung des Rheins als Trinkwasserquelle weiterhin stark. Die Kenntnis der im Abwasser enthaltenen Stoffe, ausreichende Auffangkapazitäten für Lösch- und Ereigniswasser bei Unfällen und eine angemessene Überwachung seien nach wie vor entscheidend für den Schutz des Rheins.

Zusätzliche Anstrengungen in den kommenden Jahren erforderlich

Der Verband erläutert, dass Stoffe, deren Belastung jedes Jahr um durchschnittlich 1,5 Prozent oder mehr reduziert wird, die - im Vergleich zum Zeitraum 2016 bis 2018 - Reduktion um 30 Prozent in 20 Jahren erreichen werden, andere Stoffe jedoch nicht. Eine erste Bewertung zeige, dass 23 der 56 bewerteten Parameter (41 Prozent) das Reduktionsziel ohne zusätzliche Anstrengungen nicht erreichen werden, weil die Emissionen nicht ausreichend zurückgehen oder sogar zunehmen....

Weiterlesen mit

Sie können diesen Artikel nur mit einem gültigen Abonnement und erfolgter Anmeldung nutzen. Registrierte Abonnenten können nach Eingabe Ihres Benutzernamens und Passworts auf alle Artikel zugreifen.
- Anzeige -

- Anzeige -