Schweiz: Inländische Phosphorrückgewinnung schafft mehr Unabhängigkeit von Importen

BAFU: Umweltschutzgesetz sieht Pflicht zum Phosphorrecycling vor

Der Ukraine-Krieg verdeutlicht, wie wichtig es ist, von Phosphorimporten unabhängiger zu werden. Das gelte insbesondere für die Schweiz, sagte Sibylla Hardmeier vom Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) Mitte November auf der Berliner Klärschlammkonferenz. Bislang importiere die Schweiz 100 Prozent ihres Phosphorbedarfs. Ein Teil davon soll künftig durch inländische Phosphorrückgewinnung ersetzt werden.

Die weltweiten Reserven an phosphorhaltigen Mineralien sind sehr ungleich verteilt, machte die wissenschaftliche Mitarbeiterin am BAFU deutlich. Etwa 70 Prozent der Vorkommen befänden sich in Marokko. 90 Prozent der Vorkommen seien als ursprüngliche Meeresablagerungen sedimentären Ursprungs. Zehn Prozent der Vorkommen seien magmatischen Ursprungs. Sedimentäre Vorkommen hätten von Natur aus höhere Gehalte an Uran und Cadmium als magmatische Vorkommen.

In der Schweiz gelten sehr strenge Schwermetall-Grenzwerte bei Düngemittelimporten, sagte Hardmeier. So darf eine Tonne Phosphor maximal 50 Gramm Cadmium enthalten. Aus diesem Grund habe das Land bisher Phosphate aus Russland importiert, wo magmatische Vorkommen dominieren. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine beziehe die Schweiz Phosphate aus den USA und Finnland.

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