Swiss Re Institute: Hohe Schäden durch extreme Hochwasserereignisse auch 2021

75 Prozent der Hochwasserrisiken unversichert

Die weltweiten wirtschaftlichen Schäden durch Überschwemmungen beliefen sich letztes Jahr auf 82 Mrd. US-Dollar, versichert waren davon jedoch nur etwas mehr als 20 Mrd. USD, was auf eine große Deckungslücke hinweist, heißt es in dem Bericht „Natural catastrophes in 2021: the flood gates are open“ des Swiss Re Institute. Im Jahr 2021 entfielen 31 Prozent der weltweiten wirtschaftlichen Schäden aus Naturkatastrophen auf Überschwemmungen, heißt es in dem Bericht. Naturkatastrophen verursachten 2021 laut Swiss Re Institute weltweit wirtschaftliche Schäden von 270 Mrd. US-Dollar und versicherte Schäden von 111 Mrd. US-Dollar – die vierthöchste Summe seit Beginn der Sigma Research genannten Aufzeichnungen des Rückversicherers Swiss Re.

Damit setze sich der langfristige Trend fort, dass die weltweiten versicherten Schäden pro Jahr um durchschnittlich fünf bis sieben Prozent steigen. Die Sigma-Aufzeichnungen zeigten, dass Überschwemmungen die weitaus häufigste Naturgefahr seien. In den vergangenen zehn Jahren habe es etwa dreimal so viele schwere Überschwemmungsereignisse wie tropische Zyklone gegeben. Außerdem waren Überschwemmungen für mehr als ein Drittel aller Todesfälle durch Naturkatastrophen verantwortlich. Von den wirtschaftlichen Schäden entfielen 23 Prozent auf Überschwemmungen, der zweithöchste Anteil nach den tropischen Zyklonen.

Trotzdem seien in den letzten zehn Jahren in den Schwellenländern nur fünf Prozent und in den Industrieländern 34 Prozent der schweren Hochwasserschäden versichert gewesen. Weltweit existiert also eine große Deckungslücke. Am größten ist diese Lücke in Asien, wo nur sieben Prozent der wirtschaftlichen Schäden versichert sind. In Europa dagegen sind 34 Prozent der Hochwasserschäden versichert.

Während Hurrikan Ida die teuerste Naturkatastrophe im Jahr 2021 war, war der größte Teil der versicherten Schäden aus Naturkatastrophen auch letztes Jahr wieder auf sekundäre Naturgefahren zurückzuführen, heißt es in dem Bericht. So stellten etwa die Überschwemmungen im Juli in Europa die bisher teuerste Naturkatastrophe in der Region dar. Trotz rekordhohen versicherten Schäden durch Überschwemmungen sei die weltweite Deckungslücke nach wie vor groß.

„Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist von Überschwemmungen betroffen, mehr als von jeder anderen Naturgefahr. Allein im Jahr 2021 gab es weltweit mehr als 50 schwere Überschwemmungsereignisse“, sagte Martin Bertogg, Head of Catastrophe Perils bei Swiss Re. „Angesichts des Ausmaßes der Verwüstungen verdienen Überschwemmungsrisiken dieselbe Aufmerksamkeit und ebenso strenge Risikoprüfungen wie primäre Naturgefahren, etwa Hurrikane.“

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