VSA sieht Handlungsbedarf bei Stoffeinträgen durch Abwasser aus Industrie und Gewerbe

Mikroverunreinigungen belasten Schweizer Gewässer teilweise erheblich

Trotz moderner Behandlungsverfahren für Abwasser aus Industrie und Gewerbe werden die Gewässer in der Schweiz durch Mikroverunreinigungen teilweise erheblich belastet. Die Betriebe selbst als auch die Vollzugsbehörden sind oft nur sehr beschränkt in der Lage, die in den Betriebsabwässern enthaltenen Mikroverunreinigungen zu erfassen und zu beurteilen. Zu diesem Ergebnis kommt eine schweizweite Situationsanalyse des Verbands Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA). Ziel müsse es sein, dies in den kommenden Jahren zu verbessern, erklärte der Verband.

In der Schweiz gebe es schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Betriebe, die ihr Abwasser auf eine zentrale Abwasserreinigungsanlage (ARA) einleiten. Dazu gehören kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU). Deren Abwassermanagement sei in den meisten Fällen auf „klassische“ Schadstoffe wie Schwermetalle oder Öl- und Fettreste, nicht jedoch auf Mikroverunreinigungen ausgerichtet. Zahlreiche Betriebe hätten ihre Produktionsprozesse sowie wasserintensive Wasch- und Reinigungsprozesse allerdings laufend optimiert, so dass immer weniger Abwasser anfällt. Rund 50 größere Betriebe – insbesondere aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie und der Lebensmittelbranche – behandeln ihr Betriebsabwasser selbst in einer betriebseigenen ARA, so der Verband.

Gemäß der Schweizer Gewässerschutzgesetzgebung sind alle Betriebe verpflichtet, Maßnahmen nach dem Stand der Technik zu treffen, soweit sie technisch machbar und wirtschaftlich tragbar sind. In der Regel würden die gesetzlichen Anforderungen an die Einleitung von Industrieabwasser eingehalten. Der Stand der Technik sei jedoch oft nicht auf Mikroverunreinigungen ausgerichtet. Zudem sei die Stoffvielfalt riesig. „Man findet nur, was man misst“, verdeutlicht der VSA. Heute befänden sich weltweit rund 100.000 Chemikalien im Umlauf, und jährlich würden über 400 Millionen Tonnen an Stoffen produziert. In den Betrieben und den Behörden fehlten oftmals die Kenntnisse über einzelne Inhaltsstoffe der eingesetzten Produkte. Eine Ausnahme stellten dabei die Betriebe der chemisch-pharmazeutischen Industrie dar, denen Einzelstoffe wie Ausgangsstoffe oder produzierte Wirkstoffe bekannt sind....

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