2024 in Baden-Württemberg von Starkregen und Hochwasser geprägt

„Anstrengungen zum Schutz des Klimas dürfen nicht nachlassen“

In Baden-Württemberg prägten heftige Starkregenereignisse und außergewöhnliche Hochwasser das Jahr 2024, während der Aufwärtstrend der Temperaturen unvermindert anhielt. Der klimatische Jahresrückblick der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zeige einmal mehr, wie stark die Folgen des Klimawandels inzwischen im Land spürbar sind, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des LUBW und des Umweltministeriums Baden-Württemberg. „Wir dürfen auf keinen Fall in unseren Anstrengungen zum Schutz des Klimas nachlassen. Und wir müssen uns bestmöglich aufstellen, um uns gegen die bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels zu wappnen“, erklärte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Es gebe Möglichkeiten für einen besseren Schutz gegen Hitze, Dürre und Wassermassen. Diese Instrumente gelte es zu nutzen.

„Im vergangenen Jahr sorgten intensive Dauer- und Starkregen in Teilen des Landes für ein heftiges Hochwassergeschehen. Zugleich wurde eine hohe Jahresmitteltemperatur verzeichnet. Es kam zu gravierenden Überschwemmungen, die zu Todesfällen und enormen Schäden führten“, fasste Ulrich Maurer, Präsident der LUBW, die Wetterextreme des Jahres 2024 zusammen. Auch die Ökosysteme hätten unter den extremen Wetterbedingungen gelitten.

Monitoringbericht zur Umsetzung der Klima-Strategie angekündigt

Das LUBW und das Ministerium verweisen darauf, dass die Landesregierung im Jahr 2023 die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel fortgeschrieben hat (EUWID 31.2023), die klimatische Veränderungen und die Auswirkungen von Hitze, Trockenheit und Niedrigwasser, Starkregen und Hochwasser sowie Wandel von Lebensräumen und Arten in Baden-Württemberg zusammenfasst. In rund 100 Maßnahmen sind für elf Handlungsfelder Anpassungsschritte zum Umgang mit dem Klimawandel formuliert. Noch vor der Sommerpause werde ein Monitoringbericht zur Umsetzung der Strategie vorgelegt, kündigen das Ministerium und das LUBW an.

Städte und Gemeinden gezielt auf Herausforderungen des Klimawandels vorbereiten

Es gelte, die Städte und Gemeinden gezielt auf die Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten. Die LUBW unterstütze die Kommunen bei dieser Aufgabe mit ihrem Kompetenzzentrum Klimawandel.

Heftige Regenfälle Ende Mai/Anfang Juni 2024 führten dem Bericht des LUBW zufolge zu außergewöhnlichen Hochwassern insbesondere in östlichen Neckarzuflüssen sowie in den Bodensee- und Donauzuflüssen im Raum Oberschwaben. Rund 60 Prozent der Landespegel registrierten erhöhte Wasserstände. An 18 Messstellen seien sogar 100-jährliche Hochwasserabflüsse erreicht worden, also Abflüsse, wie sie statistisch nur alle 100 Jahre oder seltener vorkommen.

Insgesamt um neun Prozent feuchter als das langjährige Mittel

Die Überschwemmungen hatten den Angaben zufolge zwei Todesfälle im Rems-Murr-Kreis und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe zur Folge. Auch am Bodensee stieg der Pegel bis zum Niveau eines zehnjährlichen Hochwassers und überschwemmte Uferbereiche. Insgesamt war das Jahr 2024 mit 1069 Millimetern Niederschlag um neun Prozent feuchter als das langjährige Mittel. Der Mai lag 90 Prozent über dem Monatsmittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 und verzeichnete somit einen neuen Rekord als feuchtester Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, so das LUBW.

Hohe Temperaturen, früher Sommer, späte Fröste

Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,6 Grad Celsius war 2024 den Angaben zufolge das drittwärmste Jahr in Baden-Württemberg seit Messbeginn 1881. Damit lag das Jahr 2024 nur knapp hinter den Temperaturrekorden der vorherigen beiden Jahre. Alle Monate lagen über den Monatswerten der Referenzperiode 1961 bis 1990. Besonders der Februar sei aufgefallen: Er war 6,1 °C wärmer als das Februarmittel der Referenzperiode und damit der wärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen in 1881. Der Erwärmungstrend zeigte sich laut LUBW auch deutlich in einer erneut verringerten Anzahl an Frost- und Eistagen sowie eine weiter angestiegene Zahl an heißen Tagen. Ungewöhnlich früh im Jahr wurden Sommertage registriert, zugleich traten bis in den April Fröste auf.

Die anhaltende Erwärmung, veränderte Niederschlagsverteilung und frühere Vegetationsphasen unterstreichen den Einfluss des Klimawandels auf Baden-Württemberg und die Notwendigkeit wirksamer Anpassungsmaßnahmen, resümieren das Ministerium und die LUBW.

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