2,7 Millionen Euro vom Bund für Renaturierung der Werra

„Blaues Band trifft Grünes Band“

An der Werra im thüringischen Wartburgkreis ist ein Projekt zur Renaturierung der Flussauen gestartet: Auf rund zehn Kilometer Flusslänge nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen dem hessischen Ort Heldra und Treffurt und Frankenroda auf thüringischer Seite sollen naturnahe Gewässerabschnitte und Auen wiederhergestellt werden. Das Kooperationsprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ der Stiftung Naturschutz Thüringen und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) schaffe an der Werra eine Verbindung zwischen den beiden überregionalen Biotopverbundsystemen des Blauen und des Grünen Bands, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Anfang Juli mit. Im thüringischen Wartburgkreis ist jetzt das Teilprojekt im Förderprogramm Auen gestartet. Das BfN unterstütze das Vorhaben im Förderprogramm Auen mit 2,7 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUKN).

Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte, mit diesem Vorhaben könnten naturnahe Auen und neue Auengewässer entstehen und seltene Tier- und Pflanzenarten sich ansiedeln. Das sei wichtig für die Artenvielfalt und helfe gleichzeitig uns Menschen als Wasserspeicher bei extremer Trockenheit genauso wie bei Überschwemmungen. Eric Oehlmann, Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), sagte, durch den Rückbau der Uferbefestigungen schaffe das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser "mehr Raum für die natürliche Entwicklung des Flusses – ein Gewinn für die Auenlandschaft und die Freizeitschifffahrt."

Gesamtbudget von 3,2 Mio. € bis 2030

Naturnahe Auen erfüllen laut BfN zahlreiche gesellschaftliche Funktionen: Sie beheimateten nicht nur zahlreiche Tiere und Pflanzen, sondern schützten auch vor Hochwasser und filterten Nähr- und Schadstoffe aus Boden- und Grundwasser. Das Teilprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ im Förderprogramm Auen sei das erste Vorhaben an der Werra und in Thüringen, das im Förderprogramm Auen bewilligt wurde. Das Gesamtbudget von 3,2 Millionen Euro stehe bis 2030 zur Verfügung, wovon rund 2,7 Millionen Euro das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums bereitstelle. Die Stiftung übernimmt den Angaben zufolge rund 420.000 Euro, die Stadt Treffurt und das Land Thüringen stellten Flächen für das Projekt zur Verfügung. Das Projektgebiet umfasst 27,5 Hektar der Werraauen auf einer Strecke von rund 10 Kilometern in der Gemeinde Treffurt.

Über das Förderprogramm Auen können Landkreise und Kommunen, Naturschutz- und Umweltverbände sowie andere Akteure beim Bundesamt für Naturschutz Fördermittel beantragen, um die Auen entlang der Bundeswasserstraßen als Zentren der biologischen Vielfalt und Achsen des Biotopverbundes naturnah zu entwickeln, so das BfN. Zur Wiederherstellung intakter Flusslandschaften könnten beispielsweise Auengewässer angelegt, nicht mehr benötigte Entwässerungseinrichtungen entfernt sowie der für die Maßnahmenumsetzung notwendige Grunderwerb und Personal gefördert werden. Das Förderprogramm ist Teil des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, einer gemeinsamen Initiative von Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium.  

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