Backhaus: Relativ entspannte Werte an den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns

„Gute Nachricht darf nicht zu einer Dürre- und Hochwasserdemenz führen“

Durch das vergleichsweise feuchte vergangene Jahr konnten sich die Gewässer und Böden in Mecklenburg-Vorpommern von den teilweise sehr trockenen Vorjahren vielerorts erholen. Lediglich in den östlichen Teilen Vorpommerns, im Süden der Seenplatte und in der Mecklenburgischen Schweiz gebe noch ungewöhnlich trockene Bodenwerte in den tieferen Schichten, teilte das Umweltministerium des Bundeslandes Anfang Februar mit.

Auf der Insel Usedom und am Stettiner Haff wiesen die Werte noch eine extreme Dürre aus. Im Oberboden bis 0,25 m zeigr nur noch die Insel Usedom ungewöhnliche Trockenheit. „Die Niederschlagswerte im Januar des neuen Jahres lagen derweil leicht über dem langjährigen Mittel“, berichtete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Pegel leicht unter den Werten im Vergleichszeitraum des Vorjahres

2024 sei mit 753,4 mm ein überdurchschnittlich feuchtes hydrologisches Jahr gewesen - das hydrologische Jahr beginnt am 1. November und endet am 30. Oktober, nachdem das Jahr 2023 mit Niederschlägen von 630,9 mm als durchschnittlich bezeichnet werden könne und 2022 nur 533,5 mm gemessen wurden.

Das Jahr 2025 startete weitgehend durchschnittlich, erklärte Backhaus: „Die Lage an den Seen und Flüssen stellt sich dank der ausreichenden Niederschläge zurzeit als entspannt dar, wenngleich die Pegel leicht unter den Werten im Vergleichszeitraum des Vorjahres liegen“. Der Schweriner See liege momentan mit 121 cm am Pegel Werderbrücke rund sechs cm über dem Bewirtschaftungsziel für Februar und nur noch vier cm unter dem Stauziel von 125 cm. Die Mecklenburger Oberseen liegen den Angaben zufolge am Pegel Waren mit 213 cm um neun cm über dem Bewirtschaftungsziel und nur noch um sieben cm unter dem Stauziel von 220 cm.

Ähnlich stelle sich die Lage an den Fließgewässern dar: In Bützow führe die Warnow (603 cm) derzeit ein mittleres Hochwasser, leicht unter dem Wert des Vorjahres von ca. 620 cm. Die Peene in Anklam liege mit 572 cm (+20 cm zum Mittelwasser) auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Wasser aus hydrologisch guten Zeiten in der Fläche halten

Die relativ entspannten Werte an den Gewässern seien eine gute Nachricht, dürfen Backhaus zufolge aber nicht zu einer „Dürre- und Hochwasserdemenz“ führen: „Wir hatten seit gut einem Jahr genügend Niederschläge, aber die Lage kann sich auch schnell wieder drehen. Ich erinnere an die extremen Trockenjahre 2018 und 2019. Deren Niederschlagsdefizite sehen wir bis heute in manchen Böden und die haben viele Schäden in unserer Natur angerichtet.“ Solche Situationen könnten schnell wieder eintreten, ebenso Hochwasserereignisse durch Starkregen. Daher gelte es, weiter Vorsorge zu treffen, um das Wasser aus hydrologisch guten Zeiten in der Fläche und auch sauber zu halten. „Durch den voranschreitenden Klimawandel werden wir künftig verstärkt mit solchen Situationen konfrontiert sein, in denen wir auf eine gute Vorsorge angewiesen sein werden“, so Backhaus.

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