Baden-Württemberg: Baumann fordert schnelleren Ausbau der P-Rückgewinnung

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Baden-Württembergs Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) fordert einen schnelleren Ausbau der Phosphorrückgewinnung im Land. „Wir brauchen mehr Tempo“, sagte Baumann beim achten Phosphor-Kongress Baden-Württemberg in Bad Cannstatt. „Der brutale russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, wie stark wir von Drittländern und insbesondere von Russland bei der Rohstoffversorgung sind.“ Dies gelte auch für Phosphor. „Wir müssen diese Abhängigkeit schnellstmöglich reduzieren – und das Zauberwort hierfür heißt Phosphorrückgewinnung“, betonte der Staatssekretär.

Der eingeschlagene Weg des Landes, Phosphor aus Klärschlamm zurückzugewinnen, sei absolut richtig. „Doch jetzt müssen wir rascher als bisher vorgesehen die erforderliche Infrastruktur aufbauen“, sagte er. Denn eine Klärschlammverwertung in Zementwerken sei ab 2029 nur nach vorheriger Phosphorrückgewinnung möglich. Auch würden Kohlekraftwerke, die Klärschlämme verbrennen, sukzessive abgeschaltet. Die derzeit geplanten und im Bau befindlichen Projekte zur Klärschlammverwertung machen laut Baumann zwar Hoffnung – aber diese Projekte seien noch nicht fertiggestellt, und es würden zusätzliche Anlagen benötigt. „Vor allem im ländlichen Bereich haben wir noch Bedarfsregionen, in denen es weder Klärschlammverwertungsverbände noch thermische Verwertungskapazitäten gibt“, machte er deutlich.

Baumann appellierte an die Verantwortlichen in den Kommunen und an die Bürgerinnen und Bürger, Monoverbrennungsanlagen für Klärschlamm auch in der eigenen Heimat zu dulden. Sie seien dringend notwendig. „Wenn wir aus der Kohle aussteigen und das Klima schützen wollen, dann müssen wir uns für eigene Klärschlammverbrennungsanlagen bei uns einsetzen. Hochleistungsfähige Abgasreinigungstechnik steht ja zur Verfügung, sodass die Umweltbelastungen auf ein absolutes Mindestmaß reduziert werden.“ Zusätzlich brauche man Anlagen, die aus den Klärschlammaschen Phosphor zurückgewinnen. „Das dürfen wir keineswegs in die Zukunft verschieben, sondern müssen es möglichst jetzt schon angehen“, so Baumann....

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