Baden-Württemberg fördert Großprojekt zur Starkregenvorsorge in 24 Kommunen

Ziel: Erstellung von kommunalen Starkregenrisikomanagementkonzepten

Im Regierungspräsidium Karlsruhe haben sich 24 Städte und Gemeinden in einem Großprojekt zusammengetan, um sich für kommende Starkregenereignisse zu wappnen. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit über 1,1 Millionen Euro, wie das Umweltministerium des Bundeslandes mitteilte. Die Stadt Wildberg koordiniere den kommunalen Verbund; Unterstützung erhalte sie durch den Regionalverband Nordschwarzwald.

Als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung soll das Projekt an einen Zusammenschluss dreier zertifizierter Ingenieur- und Planungsbüros vergeben werden. Das Land Baden-Württemberg fördert das Großprojekt den Angaben zufolge mit über 1,1 Millionen Euro. „Gerade vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse an Ahr und Erft 2021 ist dieses Geld sicherlich gut angelegt, um die Risiken von Starkregenereignissen und Sturzfluten in den betroffenen Gemeinden zu mindern,“ sagte die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder.

Gemeindeübergreifende
Datenaufbereitung und Modellierung

Ziel ist die Erstellung von kommunalen Starkregenrisikomanagementkonzepten nach dem Leitfaden der Landesanstalt für Umwelt (LUBW), so das Ministerium. Dabei werden alle drei erforderlichen Bausteine – Gefährdungsanalyse, Risikoanalyse und Handlungskonzept – bearbeitet. Die Datenaufbereitung und Modellierung erfolge gemeindeübergreifend. Die daraus abgeleiteten Vorschläge zum Schutz vor den Wassermassen werden an die jeweilige Situation in den einzelnen Städten und Gemeinden angepasst. Durch die interkommunale Zusammenarbeit verringerten sich die Kosten und der personelle Aufwand der beteiligten Kommunen.

Umsetzung bis 2026 geplant

Die Laufzeit des Projekts beträgt dem Ministerium zufolge drei Jahre, die Umsetzung sei bis 2026 geplant. Ein Projektbegleitkreis stelle den transparenten Informationsfluss sicher. Das Bearbeitungsgebiet umfasst 1.043 Quadratkilometer. Der Kooperationsverbund besteht aus 24 Städten und Gemeinden in den Landkreisen Calw, Enzkreis und Freudenstadt, darunter die Städte Calw, Mühlacker und Neuenbürg sowie die Gemeinden Baiersbronn, Dobel, Birkenfeld und Remchingen.

Starkregen und damit einhergehende Sturzfluten kaum vorhersagbar

Anders als Hochwasser an großen Flüssen sind Starkregen und damit einhergehende Sturzfluten kaum vorherzusagen, so das Umweltministerium. Auch deshalb bedeuteten sie eine Gefahr für die Bevölkerung und könnten zu hohen Schäden führen, was sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt habe. „Durch den Klimawandel werden solche Wetterereignisse weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es, ein effektives Konzept zu erarbeiten, um auf den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein“, sagte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Unterstützung biete dabei der Leitfaden zum kommunalen Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg, der zeigt, wie Fließwege und Risikobereiche ermittelt werden.

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