In Bayern sind unter anderem durch die Einschleppung gebietsfremder Krebsarten gut die Hälfte aller heimischen Flusskrebsbestände verschwunden. Davon geht das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) aus. Ein Artenhilfsprojekt am LfU soll helfen, die bedrohten Krebsarten zu erhalten und so weit wie möglich in ihren ursprünglichen Lebensräumen wieder anzusiedeln.
Ursprünglich gab es in Bayern nur zwei Flusskrebsarten, nämlich den Edelkrebs und den Steinkrebs, erklärte das LfU. Leider würden beide Arten immer seltener. Die Gründe hierfür seien vielfältig: steigende Wassertemperaturen, Stoffeinträge, aber vor allem die stetige Ausbreitung invasiver Flusskrebsarten. Die beiden heimischen Krebsarten seien in der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie aufgeführt.
Aktuell gibt es in Bayern vier gebietsfremde, aus Nordamerika eingeführte Arten. Das sind im Einzelnen der Signalkrebs, der Kamberkrebs, der Rote Amerikanische Sumpfkrebs und der Marmorkrebs. Diese Arten seien meist konkurrenzstärker als die einheimischen Krebse, verdeutlichte die Behörde. So pflanzten sie sich beispielsweise öfter oder effizienter fort, seien aggressiver oder kämen in höheren Dichten vor. Auch andere Bachbewohner, wie Fische, Muscheln oder Kleinlebewesen am Gewässergrund, litten unter den gefräßigeren Amerikanern.
Das Hauptproblem liege jedoch darin, dass die invasiven Krebsarten Träger der Krebspest seien, betonte das LfU. Gegen diese von einem Pilz ausgelöste Tierseuche seien die amerikanischen Arten in der Regel immun, während eine Ansteckung für die heimischen Krebse immer tödlich verlaufe. Daher könnten die invasiven Krebsarten auch ohne große Verdrängungskämpfe in neue Gebiete einfallen, wo sie sich bisher schnell und stetig weiterverbreitet hätten.
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