Die in dem geleakten Entwurf der EEG-Novelle 2027 vorgesehene Einstellung der Förderung für Erneuerbare-Energien-Anlagen bis 25 kW bedroht nach Auffassung des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) die Existenz der kleinen Wasserkraft. Mehr als 50 Prozent der rund 7.300 Wasserkraftanlagen in Deutschland wären davon betroffen, schreibt der BDW in einer Mitteilung von Anfang März. „Dabei macht die eigentlich auf die Vermeidung fluktuierender Einspeisung abzielende Maßnahme für die Wasserkraft überhaupt keinen Sinn“, erklärte BDW-Präsident Hans-Peter Lang. Der BDW appelliert an die Bundesregierung, den Förderstopp für kleine Wasserkraftanlagen vollständig zurückzunehmen.
Die Wasserkraft sei bei rund 5.000 Volllaststunden über das ganze Jahr stetig und verlässlich verfügbar, stabilisiere die Netze und sorge für mehr Versorgungssicherheit. „Ein Förderstopp stünde im diametralen Gegensatz zu den durch die Bundesregierung selbst gesteckten Zielen der EEG-Reform, mehr Marktorientierung und Versorgungssicherheit zu erreichen“, so Lang.
Wasserkraft leiste einen wichtigen Beitrag zur erneuerbaren Energiewende in Deutschland. Sie trage neben der reinen Stromproduktion insbesondere zur Versorgungssicherheit, Stabilität und Resilienz des Energiesystems bei. Dem sollte die EEG-Novelle 2027 Rechnung tragen, die besonderen Systemleistungen der Wasserkraft wie die Bereitstellung von Regelenergie, Momentanreserve, Blindleistung, Schwarzstart- und Notstromfähigkeit anerkennen und angemessen vergüten.
Statt der einfachen Fortführung der bisherigen Vergütungsregelungen fordert der BDW eine neue Vergütungsklasse für Wasserkraftanlagen kleiner 100 kW sowie eine Anpassung der anzulegenden Werte, die die Systemleistungen honoriert und die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre angemessen einbezieht. Nur so werde es gelingen, die Wasserkraft für mehr Systemstabilität, Resilienz und Versorgungssicherheit zielgerichtet in die erneuerbare Energiewende einzubinden.




