BN Bayern fordert umfassendes Klimaanpassungsprogramm

Angesichts der aktuellen Dürresituation in Bayern fordert der BUND Naturschutz (BN) ein umfassendes Klimaanpassungsprogramm für den Freistaat. Besonders betroffen sei derzeit die Landwirtschaft. Nach Angaben des BN sind bei Getreide Ertragsverluste von bis zu 20 Prozent zu erwarten, falls die ausbleibenden Niederschläge anhalten. Auch Kulturen wie Zuckerrüben, Kartoffeln, Wein und Hopfen litten unter Hitze und Trockenheit. Zudem werde die Anpassung der Anbausysteme an veränderte Wasserverfügbarkeiten zunehmend dringlicher.

Gleichzeitig steige der Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft, während sich die Grundwassersituation verschärfe. Nach Angaben des Verbands wird in Bayern seit 2003 jährlich rund 13 Prozent weniger Grundwasser neu gebildet, als langfristig erforderlich wäre.

Der BN fordert daher unter anderem den Ausbau des Wasserrückhalts in der Fläche und eine konkrete finanzielle Unterlegung der Strategie „Wasserzukunft Bayern 2050“. Zudem spricht sich der Verband für eine Agrarstrategie aus, die humusaufbauende Bewirtschaftungsformen wie Ökolandbau, Agroforstwirtschaft, extensive Grünlandnutzung und naturnahe Wasserrückhaltung fördert. Weitere Forderungen sind die konsequente Renaturierung von Mooren, ein beschleunigter Umbau der Wälder zu klimaresistenten Mischwäldern sowie verbindliche Vorgaben für Kommunen zur Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen und zusätzlicher Begrünung.

Nach Auffassung des BN sind die Kosten vorbeugender Maßnahmen deutlich geringer als die Folgekosten von Dürren, Waldbränden und anderen Extremwetterereignissen. Die bayerische Staatsregierung müsse daher ein verbindliches und ausreichend finanziertes Klimaanpassungsprogramm auf den Weg bringen.

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