Branchenverbände fordern Klarheit über Trinkwasserwerkstoffe

Die Branchenverbände figawa, Kupferverband und VDMA Armaturen fordern schnellstmögliche Klarheit über die nationalen und europäischen Regelungen zu Anforderungen an Materialien und Produkten im Kontakt mit Trinkwasser. Werkstoffe und Materialien für Produkte und Bauteile, die in Kontakt mit Trinkwasser stehen, spielten eine entscheidende Rolle für die Qualität des Trinkwassers, heißt es in einer Mitteilung der Verbände.

Aktuell werden hygienische Anforderungen an Werkstoffe innerhalb der EU auf nationaler Ebene geregelt, in Deutschland beispielsweise durch die Trinkwasserverordnung, erläutern die Verbände. Die genauen Prüfkriterien sind in den Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes (UBA) festgelegt. Mit dem Inkrafttreten der EU-Trinkwasserrichtlinie im Januar 2021 werden diese nationalen Vorgaben in den kommenden Jahren durch EU-weite Regelungen ersetzt. Diese Änderungen würden erhebliche Auswirkungen auf die Verwendbarkeit von zahlreichen Kupferlegierungen haben, die für die Herstellung von Produkten im Kontakt mit Trinkwasser verwendet werden. Grund hierfür sei, dass der Bleigehalt, der aus metallenen Werkstoffen in das Trinkwasser übergehen darf, halbiert wird.

Bleihaltige Werkstoffe unterliegen bereits strengen stoffrechtlichen Vorschriften in der EU, um Umweltauswirkungen und Gesundheitsrisiken zu minimieren. Mit den neuen Regelungen der EU-Trinkwasserrichtlinie seien zahlreiche bewährte Werkstoffe nicht mehr verwendbar, was erhebliche Auswirkungen auf die Herstellungsprozesse der Produkte und die Verfügbarkeit von Alternativen mit sich bringe, so die Verbände.

figawa, der Kupferverband und der VDMA Armaturen bieten gemeinsam ein kostenfreies Webinar für den 8. November 2023 an, das dazu beitragen soll, Fragen zu zukünftigen Kriterien für Werkstoffe, Übergangsfristen, Grenzwerte und Auswirkungen entlang der Lieferkette aus juristischer Perspektive zu klären.

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