Dechema: Leitfaden zum Umgang mit Wasser in der Energiewende

Um die neuen Herausforderungen für die Wasserversorgung im Hinblick auf die Energiewende zu bewältigen, hat die Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie die Roadmap „Water-for-X“ entwickelt. Sie soll den Aufbau lokaler Strategien zum Wasserressourcenmanagement unterstützen, teilte Dechema mit.

Wasserstoff werde künftig einen signifikanten Anteil an der globalen Energieversorgung haben - ob in Chile, Namibia oder Deutschland, die Anzahl an Projekten steige stetig. Somit wachse auch das künftige Angebot an Wasserstoff und Derivaten. Die Lösungsperspektiven bauen auf einem Schalenmodell auf, das den Fokus auf die lokale Infrastruktur legt, um so Partnerschaften und Investitionen langfristig zu sichern. Am Thema Interessierte können sich laut Dechema an der Weiterentwicklung der Roadmap beteiligen.

Der Leitfaden „Water-for-X“ greife dazu Fragen rund um die Ressourcensicherung auf und setze diese in einen geopolitischen Rahmen. Das Konzept hebe die Bedeutung eines integrierten und nachhaltigen Wassermanagements für den Erfolg von Power-to-X-Lösungen hervor. Hierfür müssten die Produktionsstandorte im regionalen Kontext analysiert werden.

Wasser spiele eine entscheidende Rolle in der Energiewende - ob als Kühlmittel für Kraftwerke und Industrie, oder als Rohstoff für den Wasserstoff. Die Bedeutung und Tragweite bei Ausbeutung der Wasserressourcen wird nach Auffassung der Dechema bisher nicht erkannt. Die Herstellung von Wasserstoff als sauberer Energieträger erfordere Prozesse, bei denen erneuerbarer Strom verwendet wird. Über sogenannte Power-to-X(PtX)-Prozesse könnten weiterhin Derivate wie Ammoniak, Methan-Gas oder Kerosin erzeugt werden.

Die gesamte Prozesskette sei dabei wasserabhängig - sei es für die Wasserstoffproduktion selbst, zur Bereitstellung von Kühlwasser und Dampf oder für Reinigungsprozesse. So würden beispielweise für die Herstellung von einem Kilogramm Wasserstoff mindestens neun Kilogramm hochreines Wasser verbraucht, bzw. je nach Herkunft und Prozess 12 bis 20 Kilogramm Wasser. Unter Berücksichtigung der geschätzten Wasserstoffnachfrage von 530 Megatonnen im Jahr 2050 entspreche dies etwa 0,1 Prozent des derzeitigen jährlichen globalen Wasserbedarfs. Viele Regionen mit hohem Potenzial für die Wasserstoffproduktion befinden sich jedoch in Gebieten, in denen es bereits jetzt an Frischwasser mangelt, so Dechema. Das werde den Wasserstress der Region zusätzlich erhöhen.         

Die Roadmap „Water-for-X“ finden Sie hier: link.euwid.de/kqwr9

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