Der rechte Elbedeich im Landkreis Stendal ist auf nahezu 50 Kilometern vollständig DIN-gerecht saniert. Das teilte das Umweltministerium Sachsen-Anhalt Anfang November mit. Es handele sich um einen weiteren wichtigen Meilenstein für den Hochwasserschutz im nördlichen Sachsen-Anhalt, sagte Umweltminister Armin Willingmann (SPD) bei der Abnahme des letzten erneuerten Deichabschnitts bei Schönhausen (Elbe). Damit seien Fischbeck und andere Elbe-Orte jetzt bestmöglich geschützt.
Dort war dem Umweltministerium zufolge in den vergangenen Monaten im Auftrag des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ein 720 Meter langes Teilstück des rechten Elbedeiches ertüchtigt worden. Entstanden seien in gut einjähriger Bauzeit ein durchgängiger Deichverteidigungsweg sowie ein Freibord von einem Meter über dem Pegelstand eines starken Hochwassers, das sich statistisch alle 100 Jahre ereignet.
Investitionen in Höhe von 2,2 Millionen Euro
Investiert wurden dafür gut 2,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Förderung des ländlichen Raums (ELER) und der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK), so das Ministerium.
Damit sei der rund 49,5 Kilometer lange rechte Elbedeich im Landkreis Stendal jetzt vollständig DIN-gerecht ausgebaut. Bereits nach dem starken Hochwasser im Jahr 2002 seien zahlreiche Schwachstellen an den Deichen beseitigt worden. Infolge des Jahrhunderthochwassers 2013 wurde dann aufgrund fehlender Deichverteidigungswege, Strukturschäden und zu geringer Höhen die Komplettsanierung der rechten Elbedeiche im Landkreis Stendal beschlossen; dafür hat das Umweltministerium nach eigenen Angaben seit 2002 rund 162,7 Millionen Euro investiert. Insgesamt seien im Landkreis Stendal seit 2002 rund 361,5 Millionen Euro in die Verbesserung des Hochwasserschutzes geflossen, um Siedlungsgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen besser vor Elbe-Hochwassern zu schützen.
Hochwasserschutz soll weiter verbessert werden
„Auch wenn die Arbeiten am rechten Elbedeich im Landkreis Stendal nun abgeschlossen sind, arbeiten wir auch im Landesnorden weiter an der Verbesserung des Hochwasserschutzes“, sagte LHW-Direktorin Martina Große-Sudhues. Aktuell im Fokus stehe dabei vor allem die Sanierung des Einlasswehrs Neuwerben, dem eine Schlüsselfunktion für die gesteuerte Flutung der Havelpolder zukomme. Die Arbeiten sollten voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen werden.
Nach Angaben des Umweltministeriums müssen rund 17 Prozent der Landesdeiche noch nachgerüstet beziehungsweise an neue Normen angepasst werden. Rund 100 Kilometer seien sanierungsbedürftig. Dazu zählten allerdings auch solche Deiche, die durch Deichrückverlegungen ihre Funktion verlieren und daher nicht mehr saniert würden.
Bei dem Deichbruch bei Fischbeck vom 10. Juni strömten nach Angaben des Ministeriums pro Sekunde bis zu 500 Kubikmeter Elbewasser in den Elbe-Havel-Winkel; die Wassermassen breiteten sich fast 25 Kilometer weit in Richtung Havelberg aus und hatten am 15. Juni eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern überflutet. Um die rund 90 Meter breite Deich-Bruchstelle zu schließen, wurden bei Fischbeck drei Schiffe durch gezielte Sprengung zum Sinken gebracht. Das verbliebene Leck wurde später mittels Spundwand provisorisch geschlossen. (EUWID/dpa)




