
Eine der letzten verbliebenen Schwachstellen des Hochwasserschutzes an der Elbe wird mit dem jetzt fertig gestellten Bauabschnitt in Mühlberg behoben. Zwei Deichbauabschnitte, die erhöht und verstärkt wurden, hat Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) Mitte Oktober gemeinsam mit Elbe-Elsters Landrat Christian Jaschinski eingeweiht. Die Kosten beliefen sich auf rund neun Millionen Euro, teilte das Landes-Umweltministerium mit.
Beide Maßnahmen seien mit Mitteln aus dem ELER-Programm der EU, des Bundes (GAK) und des Landes finanziert worden. Neben den Deichbaumaßnahmen seien als Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft Eidechsenhabitate neu angelegt, Bäume und Sträucher gepflanzt und Kleingewässer neu angelegt worden.
Die Verstärkung der Elbehauptdeiche wird dem Minister zufolge auch weiterhin als eines der Schwerpunktvorhaben des Landes auf dem Gebiet des Hochwasserschutzes fortgeführt. Im Raum Mühlberg seien bislang über 13 Kilometer des Elbehauptdeichs erneuert worden und damit 72 Prozent der Deiche, weitere fünf Kilometer - das Teilobjekt 4 - müsse noch verstärkt werden. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen betragen den Angaben zufolge knapp 50 Millionen Euro. Seit 1997 wurden laut Umweltministerium von den fast 900 Millionen Euro für den Hochwasserschutz in Brandenburg rund 200 Millionen Euro für die Deiche und Anlagen an der Elbe investiert.
Stärkere Rolle für Schaffung von Retentionsflächen
An der Oder seien die Deiche seit 1997 nahezu vollständig ertüchtigt worden, erklärte der Minister. Mit dem jetzt fertig gestellten Bauabschnitt in Mühlberg werde nun eine der letzten verbliebenen Schwachstellen an der Elbe behoben. Unabdingbar sei aber, dass der Fokus im Hochwasserschutz künftig vor allem auf die stark eingedeichte Schwarze Elster und die in die Jahre gekommenen Deiche an der Lausitzer Neiße gelegt werden müsse, so Vogel. Dabei komme der Schaffung von Retentionsflächen eine stärkere Rolle zu.
Auch Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster wird verbessert
Das Umweltministerium informierte zudem über die dortigen Sanierungsarbeiten der Elsterdeiche in Herzberg, wo Ende 2023 der Baustart zur Verbesserung des Hochwasserschutzes erfolgt war. Dabei würden in einem ersten Teilobjekt die innerstädtischen Hochwasserschutzanlagen verstärkt und teilweise neugebaut. In einem zweiten Teilobjekt, das sich derzeit in der Planung befinde, sei der Neubau von Flügeldeichen vorgesehen.
Das Land plane, für die Umsetzung des Teilobjektes, das bis Anfang 2025 abgeschlossen sein soll, insgesamt 15,2 Millionen Euro aus dem ELER-Programm der EU sowie aus Bund- und Landesmitteln einzusetzen. Die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Schwarzen Elster ist für das Umweltministerium den Angaben zufolge das ELER-Projekt des Monats im Oktober.



