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Bayern: Entschädigungen für Belastung durch PFC-verseuchtes Wasser gefordert

Bayern: Entschädigungen für Belastung durch PFC-verseuchtes Wasser gefordert
Bildquelle: BayernSPD Landtagsfraktion
21.08.2018 − 

Entschädigungen für die Bevölkerung und die Landwirte für das PFC-verseuchte Wasser in Manching hat der bayerische SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn gefordert. Die Belastung stammt aus Löschschaum, den das Militär 40 Jahre lang verwendete, schreibt von Brunn gemeinsam mit Markus Käser, dem Kreisrat für Pfaffenhofen an der Ilm, in einem Brief an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Der Bundeswehrflughafen in Manching bei Ingolstadt verseuche das Grundwasser in der gesamten Umgebung mit gefährlichen PFC-Chemikalien. 

Seit den 70er Jahren verwendete die Bundeswehr mit ihrer Feuerwehr am Manchinger Flugplatz bis 2011 bei Einsätzen und insbesondere bei den regelmäßig stattfindenden Übungen reichliche Mengen an Löschschaum mit giftigen polyfluorierten Chemikalien, heißt es in dem Brief. Über das Grundwasser hätten sich die Chemikalien in der Umgebung ausgebreitet - mit erheblichen Konsequenzen für die Anwohner, Umwelt, Kommune und Landwirtschaft.

Bauern dürfen Wasser nicht mehr verwenden

Das vor Ort vorhandene Wasser dürfen die Bauern nicht mehr verwenden, um Gefahren für die Verbraucher und eine weitere Verseuchung des Bodens zu vermeiden, schreiben von Brunn und Käser. Viele Bauern befürchteten jetzt erhebliche wirtschaftliche Nachteile, entweder weil ohne Wasser keine Bewirtschaftung mehr möglich sei oder weil sie ihre Erzeugnisse aufgrund der Bewässerung mit PFC-haltigem Wasser nicht mehr absetzen könnten. Im Einzugsbereich des Militärflughafens seien nach Angaben der Interessengemeinschaft der Landwirte rund 400 Hektar von der PFC-Kontamination beeinträchtigt. Die Kosten für ein Bewässerungssystem, das Grundwasser aus unbelasteten Brunnen entnimmt, würden mit rund 1,9 Mio. € veranschlagt.

Obwohl die Gesundheitsgefährdung durch PFC seit 2006 bekannt sei, gebe es keinerlei konkrete Aussagen der Behörden, einschließlich des Verursachers Bundeswehr, über die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, kritisieren die beiden Politiker. Die Lebensqualität und wirtschaftliche Situation vieler Menschen ist jedenfalls bereits massiv beeinträchtigt. Schon allein aus Vorsorgegründen müsse die weitere Eintragung von PFC aus dem Flughafengelände der Bundeswehr sofort gestoppt und alles getan werden, um negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu mindern und zu vermeiden, heißt es in dem Brief.

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