|  

DWA äußert sich skeptisch zur „Ackerbaustrategie 2035“ des BMEL

DWA äußert sich skeptisch zur „Ackerbaustrategie 2035“ des BMEL
Die DWA vermisst klare Konzepte.
26.08.2020 − 

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat sich skeptisch zur „Ackerbaustrategie 2035“ des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) geäußert. Sie sei zwar eine gute Initiative, aber noch keine gleichmäßige Abbildung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Belange, teilte die Vereinigung in Hennef mit. So fehlen etwa klare Konzepte zur Entlastung der Schutzgüter Boden und Wasser, sagte DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel. Deutschland sei die drittgrößte Exportnation für Agrarprodukte weltweit. Eine Exportausrichtung auf Kosten von Umweltbelastungen müsse aber unbedingt vermieden werden, betonte Paetzel.

Nährstoffanfall aus intensiver Tierhaltung besonders problematisch

Besonders problematisch für Böden und Gewässer ist nach Darstellung der DWA weiterhin der zu hohe Nährstoffanfall aus der intensiven Tierhaltung, insbesondere in den Veredlungsregionen. Dies führe zu erheblichen Entsorgungsproblemen für die naturgemäß anfallenden Wirtschaftsdünger. Immer weniger landwirtschaftliche Betriebe hielten immer mehr Tiere. Die verfügbare Fläche für eine umweltverträgliche Ausbringung der organischen Dünger werde dagegen immer knapper.

DWA fordert Einhaltung der Umweltqualitätsnormen

Grundlage jeglicher landwirtschaftlichen Produktion und speziell des Ackerbaus müsse sein, dass flächendeckend die geltenden Umweltstandards, namentlich die Umweltqualitätsnormen, eingehalten werden. Aus Sicht der Wasserwirtschaft gelte dies besonders für den in der Grundwasserverordnung festgelegten Schwellenwert von 50 mg Nitrat pro Liter im Grundwasser. Die im Handlungsfeld „Düngung“ der Ackerbaustrategie 2035 vorgeschlagenen Ziele seien hierfür nicht ambitioniert genug. „Die Ackerbaustrategie spricht von einer Reduzierung der Nährstoffüberschüsse“, so die DWA. Klares Ziel müsse aber die Vermeidung von Nährstoffüberschüssen sein, nicht lediglich die Reduzierung.

Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter bereits seit Jahren verbindlich

Weiter führt die Vereinigung aus, dass die Ackerbaustrategie das Ziel formuliert, die Nitratbelastungen im Grundwasser mit der Perspektive 2035 entsprechend der Nitratrichtlinie auf unter 50 mg Nitrat pro Liter zu senken. Dieser Wert gelte aber bereits seit Jahren verbindlich, unterstreicht die DWA. Eine weitere Verurteilung Deutschlands durch den Europäischen Gerichtshof wegen unzureichender Umsetzung der Nitratrichtlinie sei in diesem Sommer nur mit Mühe abgewendet worden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Mecklenburg-Vorpommern: Bemühungen um bessere Phosphorelimination laufen weiter

Land NRW und Unternehmen starten Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft  − vor