|  

DWA: Strategie der LAWA für ein effektives Starkregenrisikomanagement ist zu unkonkret

DWA: Strategie der LAWA für ein effektives Starkregenrisikomanagement ist zu unkonkret
Bildquelle: Fotolia
09.10.2017 − 

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat den Entwurf einer Strategie für ein effektives Starkregenrisikomanagement der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) begrüßt. Die Strategie sei ein wichtiger Schritt hin zu einer Reduzierung von Risiken auf breiter Ebene, schreibt die Vereinigung in einer Stellungnahme zum Entwurf. Vor dem Hintergrund zahlreicher veröffentlichter Praxisratgeber, Broschüren und Handreichungen zu dem Themenkreis, die teilweise präziser seien, bringe der vorliegende Entwurf jedoch keine wesentlich neuen Aspekte.

Die LAWA hat die Strategie im Auftrag der Umweltministerkonferenz (UMK) erarbeitet. Sie befasst sich mit Fragen der Verbesserung der Vorhersage- und Frühwarnsysteme, der Risikobewertung und -kommunikation, der Aufklärung der Bevölkerung und Verhaltensweise im Krisenfall sowie mit Aspekten der vorsorgenden Raum- und Flächennutzung und der Stadtplanung. Der Entwurf soll sich an die Politik, an die Verwaltung auf Landesebene, an Kommunen und Planende, Land- und Forstwirtschaft sowie an Private und Unternehmen richten.

Insbesondere sei zu begrüßen, dass auch für kleinere Gewässer, für die die Kommunen unterhaltungslastverpflichtet sind, und zusätzlich für das wild abfließende Wasser eine Risikomanagement-Strategie vorgegeben wird, erklärte die DWA. Hierdurch könnten beide Abflussformen zusammen betrachtet werden. Auch sei sachgerecht, die zentrale Rolle der Kommunen für den Aufbau, die Etablierung und Fortentwicklung des lokalen Risikomanagements zu betonen, da sie in ihrem Wirkungskreis die Entwicklung der maßgeblichen Schadenspotenziale und die langfristige Siedlungsentwicklung im Rahmen der Planungshoheit selbst steuerten. Die Akteure der Siedlungsentwässerung, etwa Stadtentwässerungsbetriebe, sollten ebenfalls einbezogen werden, da sie oftmals eine führende Rolle bei der Analyse und Prävention von starkregenbedingten Überflutungsschäden einnähmen. Allerdings würden sie im Strategiepapier nur am Rande erwähnt.

Starkregenvorsorge sei primär eine interdisziplinäre Aufgabe im Siedlungsraum und betreffe neben den Stadtplanern insbesondere Architekten, Bauherrn sowie Eigentümer von Gebäuden und Anlagen, stellt die Vereinigung fest. Diese Adressaten spreche das Papier jedoch nicht an. Somit belasse es das Problem ausschließlich in der öffentlichen Hand. Lediglich die Landwirtschaft werde angesprochen. Zudem fehle es an konkreten Empfehlungen zur Strategieentwicklung und Durchführung von Risikobetrachtungen.

Zum Wasserrecht merkt die DWA an, dass hier die Thematik der Sturzfluten noch zu wenig aufgegriffen werde. Es bestünden in der Praxis häufig Rechtsunsicherheiten, die die Planung und Realisierung von Vorsorgemaßnahmen hemmen können. Eine Definition für „Sturzflut“ und eine rechtliche Einordnung in das nach EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (2007/60/EG) vorgesehene Hochwasserrisikomanagement und in Abgrenzung zur Abwasserbeseitigung sei sinnvoll. Gleiches gelte für die Gewässerunterhaltung. Grundsätzlich spricht sich die DWA für bundeseinheitliche Regelungen zu wild abfließendem Wasser aus, die um landesrechtliche Regelungen und Besonderheiten ergänzt werden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in Ausgabe 41.2017 von EUWID Wasser und Abwasser, die am 10.10.2017 als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Düngemittelhersteller K+S will Versenkung von Salzabwasser bis Ende 2021 einstellen

Neue Klärschlammverordnung in Kraft getreten  − vor