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Klärschlämme und Plastikfolien sind bedeutende Ursache für Mikroplastik-Einträge

Klärschlämme und Plastikfolien sind bedeutende Ursache für Mikroplastik-Einträge
Das Review wurde im SOIL Journal publiziert.
12.01.2021 − 

Klärschlämme und Plastikfolien sind eine bedeutende Ursache für Mikroplastik-Einträge in Böden des Obst- und Gemüseanbaus. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Review „Globale Mikroplastik-Konzentrationen in Böden“, das 23 Studien ausgewertet hat und jüngst in der bodenkundlichen Fachzeitschrift SOIL Journal publiziert wurde. Die Kontamination der landwirtschaftlich genutzten Böden durch Klärschlämme sei bis zu zehnmal so hoch wie durch großflächige Mulchfolien aus Plastik zum Schutz vor Verdunstung und Unkraut, teilte die Technische Universität (TU) Berlin mit. Das Review bestärke bisherige Vermutungen über schädigende Auswirkungen auf Bodenorganismen.

Städte und stadtnahe Siedlungsgebiete sind ein Hotspot für Mikroplastik-Kontamination, lautet ein weiteres Ergebnis der Auswertung. Die Konzentration von Mikroplastik in diesem Umfeld sei im Vergleich zu ländlichen Gebieten bis zu zehnmal höher. Zudem seien die Mengen an Mikroplastik im Boden in den Ländern des globalen Nordens und den sich industriell entwickelnden Ländern ähnlich. Gemessen wurden übliche Konzentrationen von bis zu 13.000 Partikeln oder 4,5 Milligramm an Mikroplastik in einem Kilogramm Boden, erklärte die Hochschule.

Den Angaben zufolge entstand das Review im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes „Entwicklung Neuer Kunststoffe für eine Saubere Umwelt unter Bestimmung Relevanter Eintragspfade (ENSURE)“. Autoren sind Frederick Büks und Prof. Martin Kaupenjohann vom Fachgebiet Bodenkunde der TU Berlin. In den von ihnen ausgewerteten 23 Studien seien 230 Standorte untersucht worden. „Die meisten Untersuchungen wurden in den vergangenen Jahren in China durchgeführt – von den 23 Studien sind es immerhin elf mit 155 Standorten. Und in Asien ist es das einzige Land, in dem Forschungen zu der Problematik in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden“, sagte Büks. Sechs Studien stammten aus Europa, die anderen aus dem Nahen Osten, Australien sowie Nord- und Südamerika. Aus Afrika gebe es keine Daten.

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