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Klimaschutz-Monitoring: In Hessen bislang kein signifikanter Trend beim Hochwasser

Klimaschutz-Monitoring: In Hessen bislang
Hochwasser Symbolbild
16.02.2021 − 

Niedrige Grundwasserstände, häufige Niedrigwasserperioden sowie bislang kein signifikanter Trend beim Hochwasser kennzeichnen den Klimawandel in Hessen. Das geht aus dem Monitoringbericht 2020 zum Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 hervor, den das Landesumweltministerium jetzt vorgelegt hat. Für die Analyse wurden Bosch und Partner und das Öko-Institut beauftragt, die sich die Entwicklung der Treibhausgasemissionen, die Ursachen und die konkreten Auswirkungen in Hessen genau angeschaut haben.

Der Klimaschutzplan besteht aus insgesamt 140 Maßnahmen, die ebenfalls auf den Prüfstand gestellt wurden. „Die Klimaneutralität wollen wir bis spätestens 2050 erreichen“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) anlässlich der der Vorstellung des Berichts.

Das Programm decke mit 18 Maßnahmen ein breites Handlungsfeld ab: 100 Prozent-Förderquoten für Klima-Kommunen, Lastenradförderung für Bürgerinnen und Bürger, die Bekämpfung des Klimakillers F-Gase, Ausbau der energetischen Sanierung und Elektromobilität, Klimabildung, Renaturierung von Niedermooren sowie die ressourcenschonende Nutzung von Wasser.

Jahre mit vielen Hochwassertagen treten unregelmäßig auf

Die Hochwassertage gelten als Indikator für den Klimawandel. Hochwassertage sind Tage, an denen der mittlere Tagesabfluss höher ist als der für den jeweiligen Pegel ermittelte mittlere Hochwasserabfluss (MHQ) der Referenzperiode 1961 bis 1990. Der MHQ wird für das hydrologische Winterhalbjahr und das Sommerhalbjahr aus den jeweils höchsten Abflüssen (HQ) der einzelnen Halbjahre ermittelt.

Der Monitoringbericht erfasst den Zeitraum von 1961 bis 2017, betrachtet werden drei ausgewählte Pegel im Rheingebiet und zwei Pegel im Wesergebiet. Demnach treten Jahre mit vielen Hochwassertagen unregelmäßig auf. Bisher ergebe sich weder für das Winter- noch für das Sommerhalbjahr ein statistisch signifikanter Trend. Auch jahreszeitliche Verschiebungen des Hochwassergeschehens seien nicht erkennbar.

Viele Jahre mit aufeinanderfolgenden Hochwassern wie in den 1980er Jahren gab es in den letzten 30 Jahren nicht, heißt es weiter. Allerdings waren einzelne Jahre durch außergewöhnliche Ereignisse geprägt. So regnete es im Spätsommer und Herbst 1998 in weiten Teilen des Rheineinzugsgebiets häufig und die Böden waren weitgehend wassergesättigt. Weitere ergiebige Niederschläge Ende Oktober führten dann zur Hochwasserentstehung. Das Wesergebiet war weniger intensiv betroffen.

Die vielen Hochwassertage in 2002 gehen auf zahlreiche kleinräumige Starkregenereignisse zurück. Das Sommerhochwasser 2013 war durch ähnliche Dauerregen wie 1998 verursacht. Ansonsten prägten bisher insbesondere Winterhochwasser hessenweit das Hochwassergeschehen, so im Februar 2002, vor allem im Januar 2003 und im Januar 2011.

Zur Schwere der jeweiligen Hochwässer lasse die vorgenommene Auswertung keine Aussagen zu. Auch sei möglich, dass sich mit anderen Methoden zur Beschreibung von Hochwasserereignissen andere zeitliche Verläufe ergäben.

Für die Interpretation der Hochwasserdaten sei zu berücksichtigen, dass neben klimatischen Einflussfaktoren weitere Faktoren wie die zunehmende Flächenversiegelung und verdichtete Böden in den Einzugsgebieten sowie der Verlust von Retentionsräumen relevant sind. Wasser werde nicht mehr ausreichend in der Landschaft zurückgehalten und komme zu schnell zum Abfluss. Maßnahmen zur Hochwasserrückhaltung und die Renaturierung von Gewässer wirkten dem entgegen.

Kaum ein Jahr ohne nennenswerte Anzahl von Niedrigwassertagen

Für den Indikator Niedrigwassertage wurde der Zeitraum von 1960 bis 2016 betrachtet. An Niedrigwassertagen ist der mittlere Tagesabfluss geringer als der für den jeweiligen Pegel ermittelte mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ) der Referenzperiode 1961 bis 1990, heißt es. Dieser wird für den Winter und den Sommer des Wasserhaushaltsjahrs aus den jeweils niedrigsten Abflüssen (NQ) der Halbjahre berechnet.

Die im Betrachtungszeitraum bislang längste Niedrigwasserperiode (an den oben bereits genannten fünf Pegeln) brachte laut dem Bericht das Jahr 1976. Im Sommer gab es wochenlang keinen Regen und die Temperaturen lagen regelmäßig über 30 Grad. Die Pegelstände an den Flüssen verzeichneten europaweit Negativrekorde. Nach einer niedrigwasserarmen Periode in den 1980er Jahren gab es seit Beginn der 1990er Jahre kaum mehr ein Jahr ohne eine nennenswerte Anzahl von Niedrigwassertagen. 1991 bauten sich beginnend mit dem Frühling erhebliche Niederschlagsdefizite auf. Vor allem im Wesergebiet führte dies zu einem außergewöhnlichen Niedrigwasser.

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