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Kreis Altötting: Durch Trinkwasser erhöhte PFOA-Konzentration in Muttermilch

Kreis Altötting: Durch Trinkwasser erhöhte  PFOA-Konzentration in Muttermilch
Bildquelle: LGL Bayern
10.08.2018 − 

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat die Muttermilchuntersuchungen auf perfluorierte Substanzen abgeschlossen. Im Ergebnis war die auf belastetes Trinkwasser zurückzuführende PFOA-Konzentration in der Muttermilch höher als bei Vergleichsproben aus München, teilte die Behörde am Donnerstag vergangener Woche mit. Dies sei aufgrund der Belastungssituation in Teilen des Landkreises Altötting zu erwarten gewesen. Die SPD-Opposition im Landtag hat ihre Kritik am Umnag der bayerischen Behörden mit dem Skandal bekräftigt.

Die jetzt vorliegenden Ergebnisse zeigen dem LGL zufolge, dass kein Anlass dafür bestehe, von der bereits bestehenden Stillempfehlung abzurücken. Nach dem Resultat der Blutprobenuntersuchungen, die das LGL zuvor vorgelegt hat (EUWID 29.2018), weisen „wie erwartet“ nahezu alle Studienteilnehmer höhere PFOA-Werte auf als Einwohner anderer bayerischer Regionen auf, so die Behörde. Dies sei aber gemäß den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen.

Dort, wo bereits seit Längerem Maßnahmen der Trinkwasseraufbereitung umgesetzt worden sind, wiesen Probanden niedrigere PFOA-Gehalte als der Studiendurchschnitt auf. Dies belege die Wirksamkeit der Aufbereitungsmaßnahmen sowie die zentrale Bedeutung des Trinkwassers als Eintragspfad. Das Vorkommen der perfluorierten Substanzen erklärt die Behörde mit der Produktion von Perfluoroctansäure (PFOA) in einem Industriebetrieb in Gendorf in den Jahren 1968 bis 2003 und dem Einsatz des Stoffes zur Herstellung von Fluorpolymeren bis 2008.

Florian von Brunn, der Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt und Verbraucherschutz der bayerischen SPD-Fraktion, erklärte, die Landesbehörden müssten endlich damit aufhören, den Umweltskandal herunterzuspielen. Jahrelang sei zu wenig getan worden, um die Bevölkerung zu schützen. Wenn die Behörden sofort eingeschritten wären, als sie vor über zehn Jahren von der PFOA-Belastung des Trinkwassers erfahren hatten, hätten diese Belastungen der Mütter und ihrer Kinder vermieden werden können. „Die Mütter hätten schon längst auf Mineralwasser umsteigen und damit die Anreicherung der Chemikalie in ihrem Körper verhindern können - wenn sie gewarnt worden wären“, sagte von Brunn.

 

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