|  

PFC-Skandal in Nordbaden: Verunreinigtes Trinkwasser sorgt für höhere PFC-Blutwerte

PFC-Skandal in Nordbaden: Verunreinigtes Trinkwasser sorgt für höhere PFC-Blutwerte
Bildquelle: volff - Fotolia - 127187275
08.10.2018 − 

Personen, die in Nordbaden über das Trinkwasser mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) in Kontakt kamen, weisen höhere PFC-Blutwerte auf. Das ist ein Ergebnis der ersten Blutkontrolluntersuchungen betroffener Bewohnerinnen und Bewohner der Region in Folge des PFC-Skandals, teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. Personen, die Gemüse und Obst aus den betroffenen Gebieten verzehrt haben, hätten jedoch kaum höhere Werte als Teilnehmer der Blutkontrolluntersuchungen außerhalb der belasteten Gebiete, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Insgesamt lägen die Werte aber nicht über den bei vergleichbaren PFC-Schadensfällen in anderen Bundesländern, zum Beispiel in Altötting, gemessenen.

Die seit dem Jahr 2013 bekannten erhöhten PFC-Werte in Boden und Grundwasser in Mittelbaden haben in der Vergangenheit zu einer Belastung von Teilen der Trinkwasserversorgung im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden geführt, rief das Ministerium in Erinnerung. Rund 644 Hektar Ackerfläche und infolgedessen auch das Grundwasser seien durch PFC-belastete Komposte verunreinigt worden (u.a. EUWID 10.2017). Dies habe zu erhöhten Werten in Trinkwasserproben und Pflanzen geführt, die auf den belasteten Böden angebaut wurden. Ein von Lucha am Landesgesundheitsamt eingerichteter Expertenkreis hatte im vergangenen Jahr ein Studiendesign zur Blutkontrolluntersuchung erarbeitet (EUWID 23.2017). Daraufhin wurde bis Juni 2018 Blut von 348 Freiwilligen aus der Region abgenommen. Ein unabhängiges Labor hat die Proben auf PFC untersucht.

Blut von 348 Freiwilligen untersucht

„Wir nehmen die Sorgen der Menschen in der betroffenen Region sehr ernst. Deshalb war es uns wichtig, zu klaren, unabhängigen und fundiert-wissenschaftlichen Ergebnissen zu kommen“, sagte Lucha. Die Studie zeige, dass erhöhte PFC-Konzentrationen im Trinkwasser tatsächlich zu höheren Konzentrationen im Blut führen. Der Effekt eines belasteten Bodens über Obst und Gemüse sei hingegen deutlich geringer. Die nachgewiesenen Werte seien in jedem Fall Anlass, die bereits eingeleiteten Maßnahmen insbesondere im Bereich der Trinkwasserversorgung beizubehalten. Als eine von vielen Maßnahmen wurden laut Ministerium zum Beispiel Brunnen, die eine Sicherstellung der vom Umweltbundesamt empfohlenen Werte nicht gewährleisten, außer Betrieb genommen. Dadurch lägen bereits jetzt die Gehalte im Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgungen deutlich unterhalb der Grenzwerte.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 41.2018 von EUWID Wasser und Abwasser, die als E-Paper und Printmedium am 9. Oktober 2018 erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren. Sie wollen mehr? Das aktuell vergünstigte Premium-Abo+ bietet Ihnen eine perfekte Kombination aus dem Print- und Digitalangebot von EUWID Wasser und Abwasser.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − BMU fördert „Innovative Abwassertechnik“

BMU veröffentlicht novellierte Kommunalrichtlinie  − vor