|  

Pro Jahr gelangen deutschlandweit 116.000 Tonnen Mikro- und Makroplastik in die Umwelt

Pro Jahr gelangen deutschlandweit 116.000 Tonnen Mikro- und Makroplastik in die Umwelt
Bildquelle: Kara - stock.adobe.com - 169180955
12.07.2018 − 

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr 4 kg an Mikroplastik in die Umwelt freigesetzt. Dagegen betragen die Emissionen an Makroplastik aus Kunststoffabfällen nur etwa 1,4 kg pro Kopf und Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in der aktuell veröffentlichten „Konsortialstudie Mikroplastik“. Pro Jahr gelangen deutschlandweit etwa 116.000 Tonnen Mikro- und Makroplastik in die Umwelt. Das, was durch Littering an Plastikmüll sichtbar sei, sei der weitaus kleinere Teil von Kunststoffen in der Umwelt, erklärte das Institut. Die Konsortialstudie fasst im Auftrag von Partnern aus der Kunststoffindustrie, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Forschung den Wissensstand zu Mikro- und Makroplastik zusammen.

Die Definition von Mikroplastik, nämlich Kunststoffpartikel, die kleiner sind als 5 mm, sei nicht zwangsläufig allgemeingültig, betont Fraunhofer Umsicht. „Es ist schwierig, den regulatorischen, wissenschaftlichen und kommunikativen Ansprüchen gemeinsam gerecht zu werden. Durch die Abgrenzung der Größe und Einschränkung auf spezielle Kunststoffe oder Einsatzgebiete wird eine Grenze gezogen, die unter Umständen Problembereiche ungerechtfertigt ein- oder ausschließt“, erklärte Jürgen Bertling aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement beim Fraunhofer Umsicht und Initiator und Hauptautor der Konsortialstudie. Eine Definition sollte vielmehr anhand der Umweltwirkung festgemacht werden, rät er. Doch dazu reiche der heutige Wissensstand nicht aus.

Im Rahmen der Studie erfolgte eine neue Kategorisierung von Mikroplastik, so das Institut. Primäres Mikroplastik Typ-A seien industriell hergestellte Kunststoffpartikel, deren Verlust bewusst in Kauf genommen oder durch Unachtsamkeit verursacht werde. Hierzu zählen z. B. Microbeads in Kosmetika oder Kunststoffpellets. Dagegen entstehe primäres Mikroplastik Typ-B erst in der Nutzungsphase durch Abrieb oder Verwitterung. Das sei etwa bei Autoreifen, Schuhsohlen, Textilien oder Farben der Fall, verdeutlichte das Institut. Gelangen Kunststoffabfälle, hauptsächlich Verpackungen, Plastiktüten oder Flaschen – sogenanntes Makroplastik –, in die Umwelt und fragmentieren dort, werden sie dem sekundären Mikroplastik zugeordnet. Diese Einteilung sei insbesondere bei der Zuweisung von Verantwortung wichtig. Je nach Quelle liege diese mehr beim Produzenten oder beim Konsumenten.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 29.2018 von EUWID Wasser und Abwasser, die am 17. Juli 2018 als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Belastetes Trinkwasser: SPD-Opposition im bayerischen Landtag spricht von Verharmlosung durch Behörde

Lebensnotwendiger Wasserbedarf stiftet Nutzen in Höhe von 100 Milliarden Euro  − vor