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Sachverständigenrat für Umweltfragen: Bei Antibiotikaeinträgen an der Ursache ansetzen

Sachverständigenrat für Umweltfragen: Bei Antibiotikaeinträgen an der Ursache ansetzen
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03.07.2019 − 

Bereits der Eintrag von Antibiotika in die Umwelt und die Gewässer ist zu verringern, um so die Risiken für die Struktur und Funktion natürlicher mikrobieller Gemeinschaften in der Umwelt zu begrenzen. Diese Auffassung hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in seinem Ende Juni veröffentlichten und Umweltministerin Svenja Schulze übergebenen Sondergutachten „Demokratisch regieren in ökologischen Grenzen - Zur Legitimation von Umweltpolitik“ getroffen, in dem er sich den Antibiotikaresistenzen als einem Fallbeispiel widmet.

Eine besonders große Bedeutung für den Eintrag von Antibiotika und resistente Bakterien in die Gewässer haben laut SRU Kliniken bzw. städtische Abwässer mit Klinikeinfluss. Die dort zu findenden Antibiotikaresistenzen unterschieden sich deutlich von denen, die in ländlich geprägten Fließgewässereinzugsgebieten zu finden sind. Dabei ist das Wissen über regional differenzierte Einsatzmengen von veterinärmedizinisch genutzten Antibiotika aufgrund einer lückenhaften Erfassung sowie fehlender Zugänglichkeit und entsprechender Datenaufbereitung oft noch unzureichend, schreibt der SRU.

Zwar sei eine nachträgliche Beseitigung antibiotischer Wirkstoffe aus der Umwelt zum Teil möglich, etwa durch zusätzliche Verfahren in der Abwasserbehandlung; sie verursache aber hohe infrastrukturelle Kosten und setze nicht an der Ursache an. Ziel sollte es nach Auffassung des SRU deshalb eben sein, bereits den Eintrag von Antibiotika in die Umwelt zu reduzieren. Besiedlungen und Infektionen mit multiresistenten Keimen bei Mensch und Tier seien so gering wie möglich zu halten.

Derzeit gibt es kein verpflichtendes und flächendeckendes Monitoring von Antibiotika und Resistenzen in der Umwelt, stellt der Sachverständigenrat fest. Das Umweltbundesamt (UBA) habe sich bereits dafür ausgesprochen, entsprechendes für problematische Arzneimittelwirkstoffe auf den Weg zu bringen. Parallel zum Monitoring spiele die Zulassung von Medikamenten eine weitere wichtige Rolle bei der Regulierung. So erfolge die Umweltrisikobewertung von Antibiotika nach der vorhandenen Gesetzgebung zu Human- und Tierarzneimitteln.

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