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Verbände kritisieren ergänzende Vorschläge zur Düngeverordnung als unzureichend

Verbände kritisieren ergänzende Vorschläge
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10.07.2019 − 

Die ergänzenden Vorschläge der Bundesregierung zur Düngeverordnung sind nach Auffassung von Umwelt- und Wasserwirtschaftsverbänden absolut unzureichend. Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben die EU-Kommission aufgefordert, dies im Sinne des  Gewässer- und Trinkwasserschutzes nicht hinzunehmen. Das teilte der DNR am Dienstag mit.

„Das Vorgehen der Bundesregierung ist ein Skandal und zeigt, dass im Klöckner-Ministerium immer noch nicht verstanden wurde, wie schlecht es um unser Wasser steht“, erklärt Sebastian Schönauer, Sprecher des BUND-Arbeitskreises Wasser und DNR-Präsidiumsmitglied. Die nun bekannt gewordenen Vorschläge aus dem Hause der Landwirtschaftsministerin lösten das Problem der strukturellen Überdüngung der Ackerböden nicht und gefährdeten die Grundwasservorräte nicht nur in den mit Nitrat schwer belasteten Gebieten.

"Formulierung der 20 Prozent-Regel lädt geradezu zum Missbrauch ein"

Insbesondere kritisieren die Verbände die von Klöckner befürwortete Regelung, wonach die bisher zugelassenen Düngemengen zwar in den zu hoch belasteten Gebieten um 20 Prozent verringert werden sollen, diese Reduzierung aber nicht mehr für die betroffenen landwirtschaftlichen Flächen, sogenannte Schläge, gilt, sondern sich auf den Durchschnittswert pro landwirtschaftlichem Betrieb bezieht (EUWID 25.2019). Dabei soll es möglich sein, auch Flächen, die sich außerhalb der roten Gebiete befinden, mit einzuberechnen.

Eine solche Regelung lädt nach Auffassung der Verbände geradezu zum Missbrauch ein. Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des BDEW, sagte, eine solche Durchschnittsbetrachtung löse die Probleme der vielerorts zu hohen Nitratbelastungen nicht. Der aktuelle Vorschlag der Bundesregierung bedeute, dass das Düngen von düngeintensiven Sonderkulturen und Mais mit Flächen, die weniger gedüngt werden, „schöngerechnet“ werde. Für bestimmte Sonderkulturen wie zum Beispiel Mais dürfe es deshalb keine Durchschnittsbetrachtung geben.

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