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Wassermanagement schafft den Ausgleich zwischen Artenschutz und Landnutzung

Wassermanagement schafft den Ausgleich zwischen Artenschutz und Landnutzung
Gewässer - Symbolbild
06.07.2021 − 

Das Wassermanagement im einzigen Auennationalpark Deutschlands trägt Früchte und schafft einen Ausgleich zwischen Artenschutz und Landnutzung. Wie das Brandenburger Umweltministerium weiter mitteilt, werde dort, im unteren Odertal, bereits seit fünf Jahren das „dynamische Schöpfwerksmanagement“ erfolgreich in Regie der Nationalparkverwaltung durchgeführt.

Dabei gehe es um den Spagat, dass einerseits möglichst naturnahe Wasserverhältnisse für die auentypischen Tiere und Pflanzen vorgehalten werden sollen und andererseits die Wasserstände ab einem gewissen Zeitpunkt die Bewirtschaftung des Grünlandes in der Nationalparkpflegezone zulassen müssen.

Diese Art des Wassermanagements sichere das Überleben von Wachtelkönig, Brenndolde und weiteren europaweit geschützten Arten, die im unteren Odertal nur auf regelmäßig genutzten Wiesen und Weiden vorkommen. Umweltminister Axel Vogel (Grüne) erklärte, es sei in diesem Jahr besonders gut gelungen, feuchte und flach überstaute Bereiche für brütende Wasser- und Watvögel vorzuhalten. Direkt vor den Toren der Nationalparkstadt Schwedt/Oder konnten so Tüpfelsumpfhühner, Bekassinen, Rotschenkel und Kiebitze ihre Jungen großziehen.

Nach Angaben des Ministeriums hat die Nationalparkverwaltung Unteres Odertal das dynamische Schöpfwerksmanagement bereits im Jahr 2016 im größten landwirtschaftlich genutzten Überflutungspolder (Polder A/B) eingeführt. Bereits zuvor hat sie in einem anderen Polder (Polder 10) – einer zukünftigen Wildniszone – den Betrieb des Schöpfwerks dauerhaft eingestellt.

Die Grundlage dafür bildet der bereits im Jahr 2014 in Kraft gesetzte Nationalparkplan, mit dem die Zuständigkeit für die Festlegung der Polderwasserstände vom Wasserwirtschaftsamt auf die Nationalparkverwaltung überging - sie entscheidet seitdem abschließend über den Betrieb der Schöpfwerke.

Staubeirat für Polder bündelt verschiedene Interessen

Zur Beratung und Unterstützung der Nationalparkverwaltung wurde zudem ein Staubeirat für den Polder A/B gegründet. Das Gremium bündelt die verschiedenen Interessen und dient der Nationalparkverwaltung zur Abstimmung ihrer Vorgaben und Entscheidungen mit allen Betroffenen. Im Staubeirat sind Landwirte, Fischer, das Wasserwirtschaftsamt und die Kreisverwaltung sowie der Wasser- und Bodenverband vertreten. Weitere Fachexpertise bringen Vertreter des Naturschutzes, der Angler und der Jägerschaft ein.

Das Ziel sei, möglichst einen Ausgleich für die unterschiedlichen Interessen zu finden und gleichzeitig das im Nationalparkgesetz und im Nationalparkplan verankerte Ziel, die Wasserverhältnisse in der Aue natürlicheren Bedingungen zuzuführen, zu erreichen.

Höhere Wasserstände sorgen für bessere Brutbedingungen

So sollen die Wasser- und Watvögel insbesondere im Mai und Juni durch höhere Wasserstände bessere Brutbedingungen erhalten. Gleichzeitig sei sicherzustellen, dass die Flächen in der Schutzzone II des Nationalparks, der so genannten Pflegezone, von den Landwirtschaftsbetrieben auch bewirtschaftet werden können.

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