|  

Weltrisikobericht: EU sollte Privatisierung im Wasserbereich stärker regulieren

Weltrisikobericht: EU sollte Privatisierung  im Wasserbereich stärker regulieren
© Marina - stock.adobe.com
13.09.2019 − 

Die EU sollte nach Auffassung von Hilfswerken aus Deutschland eine Richtlinie einführen, die die Privatisierung der Wasserversorgung stärker reguliert und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt. Diese Aussage trifft der „Weltrisikobericht 2019“, den das Bündnis Entwicklung Hilft gestern vorgestellt hat.

Das Bündnis, in dem sich deutsche Hilfswerke zusammengeschlossen haben, plädiert in dem Bericht zudem dafür, dass  die Bundesregierung die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) konsequent umsetzt, um die verfügbaren Wasserressourcen schützen.  

Die Bundesregierung sollte neben positiven Anreizen für wassersparendes Vorgehen in Industrie und Landwirtschaft vor allem das Verursacherprinzip durchsetzen: Diejenigen, die Wasser übernutzen und verschmutzen, sollten finanziell in gleichwertigem Maße für entstandene Schäden aufkommen. So ließen sich gleichzeitig Kosten der Wiederherstellung decken und eine nachhaltige Ressourcennutzung anstoßen.

Wasser primär als Gemeingut und nicht als Wirtschaftsgut anerkennen

Grundsätzlich sei eine stärker gemeinschaftsorientierte, ausgewogene grenzübergreifende Nutzung verfügbarer Wasserressourcen anzustreben. Dabei sollten besonders Projekte gefördert werden, die Kooperationen zwischen Nachbarstaaten mit hohem Wasserstress stärken und gegenseitiges Vertrauen schaffen. Wasser sollte international primär als Gemeingut und nicht als Handelsgut anerkannt werden.

Die Staatengemeinschaft müsse sicherstellen, dass die Rechte auf Wasser- und Sanitärversorgung durchgesetzt werden und somit bei Verletzung national und international vor Gerichten einklagbar sind. Bei der Gewährleistung des Rechts auf Sanitärversorgung versage die internationale Gemeinschaft „dramatisch“, heißt es in dem Bericht. Dies ist zu einem großen Teil durch das Unbehagen bedingt, Themen wie Toiletten und Sanitäranlagen auf die politische Agenda zu setzen und dafür Mittel zu mobilisieren.

Klimawandel verschärft wasserbedingte Problemlagen

Als Hauptprobleme bei der Wasserversorgung sehen die Hilfswerke die ungleiche Verteilung nach Regionen und die Ungleichheit innerhalb von Gesellschaften. Nicht selten sei Wasser für die Ärmsten am teuersten. Die Auswirkungen des Klimawandels verschärften wasserbedingte Problemlagen nicht nur in trockenen Gebieten, sondern weltweit. Extreme Naturereignisse wie Dürren am Horn von Afrika, Zyklone mit Überschwemmungen im südlichen Afrika oder in Asien bringen über Jahrzehnte etablierte Abläufe in der Wasserversorgung an ihre Grenzen, heißt es in dem Bericht.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − OECD warnt vor zunehmender Belastung des Grundwassers durch Arzneimittelrückstände

Hamburg: Regenwasser-Behandlungsanlage für Straßenabwasser in Betrieb  − vor