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Wissenschaftler: Recht auf Zugang zu Trinkwasser muss Nachhaltigkeit mit einbinden

Wissenschaftler: Recht auf Zugang zu Trinkwasser muss Nachhaltigkeit mit einbinden
Bildquelle: Anne Günther/FSU
16.02.2018 − 

„Die flächendeckende Umsetzung des Rechts auf Wasser scheitert bereits daran, dass bislang gar nicht geklärt ist, was mit dieser Forderung denn konkret gemeint ist“. Diese Auffassung vertritt  der Ökonom Wolfgang Bretschneider von der Universität Jena in seiner Dissertation über die Versorgungsgerechtigkeit beim Zugang zu Trinkwasser,  das die Universität in der vergangenen Woche vorgestellt hat. Grundsätzlich müsse auch der Aspekt der Nachhaltigkeit beim Thema Menschenrecht auf Wasser eine tragende Rolle spielen.

Dem Zugang zu Wasser stünden Zugangshürden wie der Wasserpreis oder die räumliche Entfernung entgegen. Es kann Bretschneider zufolge aber nicht darum gehen, das Menschenrecht auf Wasser von vornherein als Anspruch auf uneingeschränkte Verfügbarkeit, rund um die Uhr, mit Hausanschluss und entgeltfrei zu definieren. „Eine solche Paradiesversorgung ist nicht nur nicht umsetzbar, sondern auch nicht nachhaltig.“ Und das habe ebenso ökologische wie ökonomische Gründe. Es gebe international genügend Beispiele dafür, dass ein kostenfreier Zugang zu Wasser sogar kontraproduktiv sei.

"Privatisierungsdebatte führt am Kern des Problems vorbei"

Die aktuell auch hierzulande geführte Grundsatzdebatte um eine Wasserversorgung aus öffentlicher oder privater Hand führt daher nach Bretschneiders Auffassung am Kern des Problems vorbei. In die Idee eines Zugangsrechts sei die Frage nach der Nachhaltigkeit mit einzubinden. „Nur was nachhaltig funktioniert, ist auch gerecht“, so seine These. So sei neben die „Zumutbarkeit“ und „Nicht-Diskriminierung“ auch die „Funktionalität“ von Hürden als normatives Prüfkriterium zur Beurteilung eines gerechten Zugangs zu Wasser zu stellen. Um das Menschenrecht auf Wasser zu erfüllen, gelte es nicht nur die räumlichen, zeitlichen und pekuniären Hürden in einem für jeden einzelnen Menschen zumutbaren Rahmen zu halten, der niemanden diskriminiert, sondern es sei auch dafür Sorge zu tragen, dass ein System so funktional ist, dass sich damit auch in Zukunft das Menschenrecht auf Wasser umsetzen lässt.

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