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Zunehmende Trockenheit im Thüringer Becken

Zunehmende Trockenheit im Thüringer Becken
Symbolbild Trockenheit.
05.08.2020 − 

In Thüringen wird sich die klimatische Wasserbilanz bis Mitte des Jahrhunderts deutlich verschlechtern. Für Teile des Thüringer Beckens sei bis 2050 mit einem Rückgang der im Boden zur Verfügung stehenden Wassermenge um rund 40 Prozent zu rechnen, im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1961 bis 1990, zitiert das Landesumweltministerium in einer Mitteilung aktuelle Berechnungen der Thüringer Klimaagentur.

Eine Ursache sei die deutlich längere Wachstumsphase mit höheren Verdunstungsraten bei gleichzeitigem Verschieben der Niederschläge in das Winterhalbjahr. Die klimatische Wasserbilanz beschreibt die Wassermenge, die den Pflanzen im Boden zur Verfügung steht. Der prognostizierte Rückgang für den Nordosten des Thüringer Beckens sei vergleichbar mit 100 mm weniger Niederschlag, während im Vergleichszeitraum 260 mm üblich seien, d.h. minus 35,8 Prozent.

„Die Klimakrise und die zurückliegenden Trockenjahre machen sich in der Wasserbilanz deutlich bemerkbar. Der gesamte Wasserhaushalt ist in Stress geraten. Das spüren derzeit Landwirtschaft und Forst besonders“, erklärte Umweltstaatssekretär Olaf Möller (Grüne).

Trotz geringer Niederschläge sei die Versorgung mit Trinkwasser durch Talsperren aktuell gesichert. Die Wasserreservoirs deckten derzeit 40 Prozent des Trinkwasserbedarfs und seien saisonal gut gefüllt. „Damit das kostbare Nass zu noch mehr Menschen gelangt, müssen wir vorsorgen. Insbesondere im ländlichen Raum wollen wir weitere Investitionen in Fernwasseranschlüsse ermöglichen“, so Möller. Mit den Talsperren sei weiteres Anschlusspotenzial vorhanden.

Die Anzahl der heißen Sommertage habe sich in Thüringen in den vergangenen 30 Jahren deutlich erhöht. Der trockene Sommer 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 19,1 °C der zweitwärmste Sommer seit 1881. Es fielen 2019 rund 35 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel (Klimaperiode von 1961 bis1990). Die geringen Niederschläge spiegelten sich deutlich in den Oberflächengewässern und dem Grundwasser wieder.

Die Folgen ausgetrockneter Bodenschichten treffen derzeit besonders die Land- und Forstwirtschaft. Aktuelle Daten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigten für Thüringen im Gesamtboden bis 1,80 m Tiefe immer noch eine außergewöhnliche Trockenheit, heißt es weiter.

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